Umsatz und Gewinn gesteigert - Trendwende erwartet
Otto stellt Karstadt-Quelle in den Schatten

Der Hamburger Otto-Versand setzt trotz der Konsumflaute im heimischen Markt wieder auf Wachstum. Im Geschäftsjahr 2004/05 wurden Umsatz und Gewinn bereits gesteigert.

HB HAMBURG. Die Otto Group behauptete ihre Erlöse im Geschäftsjahr 2004/05 (28. Februar) mit 14,36 Mrd. € (plus 0,3 %), wechselkursbereinigt betrug der Zuwachs 0,6 %, wie der weltgrößte Versandhändler am Montag in Hamburg mitteilte. Nach einer rückläufigen Entwicklung im Vorjahr (minus 4,5 %) sei dem Unternehmen die Umsatzwende gelungen, sagte Vorstandschef Michael Otto. Der Ertrag sei überproportional gestiegen, was einem zweistelligen Zuwachs entsprechen dürfte. 2003/04 lag das Ergebnis vor Steuern bei 307 Mill. €.

Im laufenden Geschäftsjahr will Otto nach einem guten Jahresauftakt mit einem „leichten Umsatzplus“ und steigenden Erträgen weiter wachsen. Das Handelsunternehmen hat den verlustreichen Karstadt-Quelle-Konzern bei den Erlösen (14,2 Mrd. Euro 2004) knapp überholt und bei den Ergebnissen klar in den Schatten gestellt.

Im Kerngeschäft Einzelhandel mit Katalogversand, elektronischem und stationärem Handel (u.a. Zara) gingen die Otto-Umsätze 2004 erneut zurück, um 3,4 % auf 9,48 Mrd. €. Die Universalversandhändler - Otto, Baur und Schwab - hätten mit Umsatzeinbußen von 3,9 % aber besser abgeschnitten als die Branche (8,8 %). Bei Karstadt-Quelle mit den beiden Versendern Quelle und Neckermann waren die Erlöse sogar um 11,3 % eingebrochen. Wirkung haben laut Otto bereits die „schlagkräftigen Strukturen in der Verwaltung“ gezeigt. Am Firmensitz in Hamburg wurde rund jede sechste der 3000 Stellen gestrichen, ohne betriebsbedingte Kündigungen. Von April an gibt Otto erstmals drei statt bisher zwei Hauptkataloge heraus.

Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland (7,3 Mrd). „Wir sind heute in der Lage, uns ein Stück weit von der schwierigen konjunkturellen Entwicklung im Inland abzukoppeln“, sagte der Konzernchef. Als „robusten Wachstumstreiber“ sieht das Unternehmen auch den elektronischen Handel (e-commerce) an. Für 2,3 Mrd. € wurden Waren und Dienstleistungen online bestellt, ein Zuwachs von 18 %. Damit blieb Otto zweitgrößter Online-Händler hinter dem Buchversender Amazon. Der Großhandelsumsatz von 3,57 Mrd. € (plus 8,8 %) sei weitgehend vom Computer-Händler Actebis geprägt, hieß es. Die Otto Group beschäftigt weltweit rund 55 000 Mitarbeiter.

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