Umsatzminus
Deutscher Einzelhandel bricht ein

Die deutschen Einzelhandelsumsätze sind im September erneut enttäuschend ausgefallen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken die realem Umsätze ohne Berücksichtigung von Kfz-Verkäufen und Tankstellenumsätzen gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent, mehr als doppelt so stark wie erwartet..

HB DÜSSELDORF. Damit wurde das Vorjahresniveau um 1,2 Prozent überschritten. Im August waren die Umsätze um 1,9 Prozent auf Monatssicht gestiegen. Noch deutlicher fiel das Minus unter Berücksichtigung der Kfz- und Tankstellenumsätze aus.

Dabei zeigt der Quartalsvergleich, dass der deutsche Einzelhandel vor allem von den schwachen Kfz-Verkäufen belastet wurde. So fielen die gesamten Einzelhandelsumsätze im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent, nachdem sie im zweiten Quartal um 2,2 Prozent nachgegeben hatten. Dagegen kam es bei den "klassischen" Einzelhandelsumsätzen ohne Kfz- und Tankstellengeschäft im dritten Quartal nur zu einem moderaten Rückgang von 0,1 Prozent, nachdem im zweiten Quartal ein Plus in dieser Größenordnung verzeichnet worden war

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Sollte die Dynamik des gesamten private Verbrauch ähnlich ausgesehen haben, könnte dieser Bereich im dritten Quartal einen kleinen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) geliefert haben. Allerdings stehen die Einzelhandelsumsätze nur für rund 40 Prozent dieses BIP-Aggregats. Destatis wird einen ersten BIP-Ausweis für das dritte Quartal am 13. November veröffentlichen.

Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen glaubt allerdings nicht mehr daran, dass der Konsum in den nächsten Jahren nennenswerte Wachstumsbeiträge liefern wird. Enttäuscht hielt er fest: "Trotz der deutlichen Entlastung bei den Energiepreisen und einer bisher noch guten Entwicklung am Arbeitsmarkt kommt der private Verbrauch in Deutschland nicht auf die Beine."

Auch für die kommenden Quartale erwartet Solveen keine Besserung, zumal die besten Zeiten des Arbeitsmarkts wohl vorbei seien und die Löhne wieder langsamer steigen dürften. Sein Fazit: Den erwarteten Rückgang beim Außenhandel könne der Konsum nicht ausgleichen, weshalb das deutsche BIP 2009 allenfalls stagnieren werde.

Für UniCredit-Volkswirt Alexander Koch ist die anhaltend schwache Umsatzentwicklung den immer noch hohen Preisen von Gütern des täglichen Bedarfs geschuldet, die besonders die einkommensschwachen Haushalte treffe. Die hohe Inflation habe deren nominale Lohnzuwächse aufgezehrt, was den Spielraum für den Kauf anderer Güter minimiere, sagte er.

Koch rechnet auf Basis der Einzelhandelsdaten inklusive Kfz- und Tankstellengeschäft für das dritte Quartal mit einem Anstieg des privaten Konsums um 0,1 Prozent. Für die kommenden Monate prognostiziert der Volkswirt, dass die Wirkung fallenden Energiepreise von der Eintrübung des Konjunkturausblicks ausgeglichen werden wird.

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