Umstrukturierung
Hunderte Stellen bei WMF in Gefahr

Der Konzernumbau des schwäbischen Küchengeräteherstellers könnte etliche Mitarbeiter ihren Job kosten. Bis zu 390 Stellen sollen von der Umstrukturierung betroffen sein. Ein Gespräch mit dem Betriebsrat ist geplant.
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GeislingenDer schwäbische Küchen-Spezialist WMF stellt vor dem Hintergrund seines Konzernumbaus mehrere hundert Stellen auf den Prüfstand. „Wir gehen bislang davon aus, dass konzernweit 370 bis 390 Stellen von der Umstrukturierung betroffen sein werden“, sagte ein WMF-Sprecher am Freitag in Geislingen/Steige. Das Unternehmen hat insgesamt 6.100 Mitarbeiter. Nach Informationen der IG Metall sollen allein in der Konzernzentrale in Geislingen 260 bis 280 Arbeitsplätze wegfallen.

„Personalabbau ist kein Zukunftskonzept“, kritisierte die Gewerkschaft in einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung. Sie forderte, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Jetzt müsse ein schlüssiges Zukunftskonzept für die Standorte her. Wichtig seien „Investitionen, um im Stammland die Voraussetzungen für Erfolge auf den internationalen Märkten zu schaffen“.

WMF will nach Angaben seines Sprechers die Personalkosten um zehn Prozent reduzieren, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Gewinn war 2013 auf sieben Millionen Euro eingebrochen - im Vorjahr war er noch doppelt so hoch gewesen. Der Umsatz ging leicht auf rund eine Milliarde Euro zurück. Die detaillierten Zahlen wollen die Schwaben am 10. April vorlegen.

Das Unternehmen hatte bereits zuvor einen Umbau angekündigt, in dessen Rahmen beispielsweise unrentable Filialen geschlossen und einzelne Produkte aus dem Sortiment genommen werden. Von den ehemals 230 Filialen sollen bis Ende des Jahres noch 180 übrig sein, wie ein Sprecher erklärte.

Künftig will WMF durch die Umstrukturierung auf Einsparungen von 30 Millionen Euro jährlich kommen. Wann das der Fall ist und wann der Stellenabbau abgeschlossen ist, ist den Angaben zufolge aber noch offen. In den Geschäftsjahren 2014 und 2015 dürfte sich der Umbau aber zunächst mit erheblichen Einmalkosten in der Bilanz bemerkbar machen. Die Höhe nannte WMF nicht.

Zuletzt hatte dem Unternehmen die Rezession in Europa zu schaffen gemacht. Die geplanten Einsparungen wollen die Schwaben nach eigenen Angaben unter anderem in Wachstum außerhalb Europas investieren. Ziel sei es, weltweit Marktführer im Bereich Tisch und Küche aber auch bei professionellen Kaffeemaschinen zu werden.

Wegen des geplanten Stellenabbaus will sich der Vorstand den Angaben zufolge nun mit dem Betriebsrat zusammensetzen. Der Wegfall soll demnach möglichst sozialverträglich ausfallen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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