Umzug der Bahn-Zentrale
Kabinett fährt Mehdorn in die Parade

Die Konzernzentrale der Bahn wird sich so schnell wohl nicht auf die Reise nach Hamburg machen: Die Bundesregierung hat ihr Veto eingelegt und besteht auf einem Verbleib in Berlin. Allerdings hat das Kabinett nicht generell etwas gegen eine Verlagerung von Teilbereichen einzuwenden.

HB BERLIN. Ein Umzug der Zentrale sei aus strukturpolitischen Gründen nicht akzeptabel, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Dienstag in Berlin. Der SPD-Politiker betonte, darüber sei sich das Bundeskabinett einig. Der Bund ist Mehrheitseigner der Bahn, die formale Aufsicht obliegt dem Verkehrsminister.

Ausdrücklich unterstützte der Verkehrsminister dagegen die Überlegungen von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, sich am Hamburger Hafenbetreiber HHLA sowie an der Hamburger Hochbahn zu beteiligen. Dies seien interessante und zukunftsweisende Strategien für das Unternehmen. Offen ließ Tiefensee, ob die Logistik-Zentrale der Bahn nach Hamburg umziehen könnte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wird ein Wechsel dieses Firmenzweiges in die Hansestadt vorbereitet.

Am Vorabend hatte Tiefensee mit Mehdorn erstmals über die Pläne des Konzerns gesprochen. Mehdorn erklärte danach, der Umzug sei "gänzlich offen", entschieden werde frühestens im April kommenden Jahres. Der Bund solle "ab sofort eng in den Entscheidungsprozess" eingebunden werden.

Die Bahn und der Hamburger Senat hatten am Freitag bekannt gegeben, dass sie eine Beteiligung an den landeseigenen Firmen HHLA und HHB und einen damit verbundenen Umzug der Bahnzentrale nach Hamburg verhandeln. Vertreter Hamburgs machten danach deutlich, eine Beteiligung komme nur in Frage, wenn die Bahn sich in Hamburg ansiedele. Außerdem wolle Hamburg die Mehrheit an den beiden Unternehmen behalten.

In Berlin hatte die mögliche Verlagerung heftigen Protest ausgelöst. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, einzuschreiten. Die Bahn-Konzernzentrale mit 850 Mitarbeitern hat ihren Sitz im angemieteten "Bahntower" am Potsdamer Platz. Der Mietvertrag läuft 2010 aus. Bisher hatte der Konzern geplant, in Büroflächen des entstehenden Berliner Hauptbahnhofs nahe des Bundeskanzleramts umzuziehen.

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