Unternehmen hat Anwaltskanzlei engagiert
Delta Airlines steht vor der Insolvenz

Bei der Delta Air Lines verdichten sich die Anzeichen auf eine Insolvenz. Nachdem die US-Fluglinie vor rund einem Monat in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erstmals offiziell die Gefahr eines Gläubigerschutzes nach Chapter 11 einräumte, bereiten sich nunnmehr anscheinend sowohl die Airline wie auch die Gläubiger auf diesen Fall vor.

HB ATLANTA. Beobachter sagen, dass Delta den Gläubigerschutz nur dann vermeiden kann, wenn sie sich mit ihren Piloten auf eine deutliche Verringerung der Lohnkosten einigt. Das letzte offizielle Treffen mit der Pilotengewerkschaft hat allerdings Ende Januar stattgefunden.

Ende der vergangenen Woche sickerte aus Kreisen durch, dass Delta Air Lines die New Yorker Anwaltskanzlei Davis Polk & Wardwell engagiert hat, die auf Insolvenzrecht spezialisiert ist. Aus den Kreisen hieß es auch, eine Insolvenz drohe nicht unmittelbar. Weder die Fluglinie noch die Anwaltskanzlei wollten eine eventuelle Zusammenarbeit kommentieren. Unabhängig davon teilte die Fluglinie mit, sie habe das Private-Equity-Haus Blackstone engagiert. Sie wollte aber nicht sagen, mit welchem Auftrag. Analysten wollten dies nicht als Alarmsignal verstanden haben.

Michael Linenberg, Analyst bei Merrill Lynch, interpretiert das Engagement als Zeichen für den Willen von Delta, auch ohne Chapter 11 die Restrukturierung zu erreichen. Zwar hat Blackstone eigenen Angaben zufolge bislang noch nicht mit Fluglinien gearbeitet, doch habe sie Erfahrung bei umfassenden Restrukturierungen. Luftfahrt-Analyst Mike Boyd von der Boyd Group geht davon aus, dass Blackstone sich vor allem um die Bilanzbereinigung der Airline kümmern soll. Delta-CEO Gerald Grinstein hatte bereits zuvor eingeräumt, dass die Kreditkosten durch das gesunkene Rating “unerschwinglich hoch“ geworden seien.

Angesichts der Situation bei Delta beginnen die Gläubiger unbesicherter Darlehen an Delta, sich zusammenzuschließen. Saybrook Capital, die die unbesicherten Gläubiger auch im Insolvenz-Komitee von UAL vertritt, hat alle unbesicherten Delta-Gläubiger aufgerufen, ein Ad-hoc-Komitee zu gründen. Am Donnerstag hat Saybrook hierfür zu einer Telefonkonferenz eingeladen. Das Institut geht inzwischen von einer Chance von 60% aus, dass die drittgrößte Fluglinie der USA Insolvenz anmelden muss. Saybrook-Partner Jonathan Rosenthal sagte, im Falle eines Gläubigerschutzes gehe es oft sehr chaotisch zu, daher müsse man sich vorbereiten.

Die Piloten-Gewerkschaft hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Das letzte offizielle Treffen im Januar war ergebnislos geblieben. Während Delta von den Piloten eine Lohnkürzung von 34% forderte, boten diese 9% an. Bislang gebe es keine Einladung zu einer neuerlichen Gesprächsrunde, so die Gewerkschaften. Angesichts der Cash-Position von Delta von mehr als 2 Mrd. Dollar könne die Fluglinie zwar bis zum Winter durchhalten, meinte ein Bobachter. Dann müsse wahrscheinlich Gläubigerschutz beantragt werden. Es mache allerdings Sinn, früher Insolvenz anzumelden, um die Chancen für eine erfolgreiche Restrukturierung zu erhöhen.

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