Unternehmensberater
Ernst & Young bekommt Finanzkrise zu spüren

Die Finanzkrise dämpft bei der drittgrößten deutschen Unternehmensberatung Ernst & Young das Wachstumstempo.

HB STUTTGART.Die Nachfrage nach Beratungsleistungen für Firmenzukäufe oder Verkäufe habe sich seit Jahresmitte abgeschwächt, sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Müller am Donnerstag in Stuttgart. Das bis Juni laufende Geschäftsjahr 2007/08 werde darunter leiden, das Wachstumstempo werde niedriger ausfallen als 2006/07.

In der zurückliegenden Finanzperiode hatte Ernst & Young bei den Erlösen um 13,5 Prozent zugelegt und erstmals mehr als eine Mrd. Euro umgesetzt. Als Überschuss blieben elf (Vorjahr: 10,4) Mill. Euro. Für kräftigen Schub sorgten vor allem Steuerrechtsänderungen und die Beratung bei Firmenzusammenschlüssen und -Verkäufen.

Die Zahl solcher Transaktionen war - begünstigt durch niedrige Zinsen - weltweit in die Höhe geschossen. Die Schieflage zahlreicher Banken in den USA und Europa hat seit dem Sommer aber wieder zu einer strengeren Kreditvergabe und einer geringeren Menge von Firmenkäufen geführt.

„Es gibt eine Renaissance der strategischen Investoren“, sagte Vorstandschef Müller. Im Gegensatz zu den unter der Kreditklemme leidenden Finanzinvestoren heuerten expansionswillige strategische Investoren jedoch weniger Berater an.

„Unternehmen aus dem Dax haben selbst große Mannschaften in der Rechts-, Steuer- und Revisionsabteilung“, sagte der Deutschland-Chef von Ernst & Young. Finanzinvestoren arbeiteten dagegen mit weniger Personal und zögen viele Berater hinzu.

Die mit Wirtschaftsprüfung großgewordene Ernst & Young-Gruppe beschäftigte Mitte dieses Jahres in Deutschland rund 6000 Mitarbeiter, 382 mehr als im Vorjahr. Als neuer Mandant wurde Tchibo/Beiersdorf gewonnen. Im laufenden Geschäftsjahr will der deutsche Branchendritte nach PWC und KPMG rund 1600 neue Stellen besetzen.

Die Berater wechseln oft den Arbeitgeber, die Fluktuation lag bei Ernst & Young zuletzt bei 13 Prozent. Weltweit beschäftigt der Beratungskonzern mit Sitz in London 130 000 Menschen und setzte zuletzt 21 Milliarden Dollar um.

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