US-Einzelhandel
US-Handel taucht in Rezession ab

Die Lage im US-Einzelhandel, dem entscheidenden Konjunkturmotor in Nordamerika, wird zusehends bedrohlich. Mit dem Baumarkt-Riesen Home Depot und der US-Supermarktkette Target gaben gestern zwei führende Handelskonzerne einen skeptischen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Auch führende Volkswirte sehen immer mehr Rezensionssignale.

NEW YORK. Beim weltgrößten Baumarkt-Konzern Home Depot brach der Gewinn im Schlussquartal 2007 um 27 Prozent auf 671 Mill. Dollar ein. Konzernchef Frank Blake warnte, die Talfahrt werde wohl das gesamte Jahr 2008 andauern.

Der Ausblick kam wenig überraschend, weil zahlreiche Stimmungsindikatoren seit Wochen auf Rezessionsniveau liegen. Ein viel beachteter Index zum US-Verbrauchervertrauen setzte seine Talfahrt im Februar fort und fiel mit einem Wert von 75 deutlich unter die Konsenserwartung von 80,5. Im Dezember 2007 lag dieser Wert noch bei 90,6. Die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt und weiter sinkende Immobilienpreise dämpften die Zuversicht der US-Verbraucher, sagte Lynn Franco von der US-Forschungsgruppe Conference Board.

Auch führende Volkswirte sehen immer mehr Rezessions-Signale, zumal die US-Konjunktur zu mehr als 70 Prozent am Binnenkonsum hängt. Bisher sind Heimwerkermärkte und Modegeschäfte am stärksten von der Konsumkrise in den USA betroffen. Home Depot kämpft bereits im sechsten Quartal mit fallenden Umsätzen, eine Trendwende ist nicht in Sicht: Der Baumarktkonzern aus Atlanta rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem weiteren Umsatzrückgang von bis zu fünf Prozent. Der operative Gewinn je Aktie könne nochmals bis zu 24 Prozent sinken, teilte Home Depot mit.

Angesichts der hohen Verschuldung vieler Verbraucher und des schnellen Verfalls der Immobilienpreise können sich immer weniger US-Bürger größere Investitionen wie Ausbauten leisten. Außerdem verschärfen die Banken ihre Kreditbedingungen. "Die Konsumenten kaufen noch Klebeband und Glühbirnen, aber sie renovieren nicht mehr ihre Küche", sagte Laura Champine, Analystin der Investmentbank Morgan Keegan in New York. Inzwischen erwischt es auch Anbieter des gehobenen Segments: Die auf Luxusgüter und Designermode spezialisierte Kaufhauskette Nordstrom erlebt zum ersten Mal seit sechs Jahren einen Umsatz- und Gewinnrückgang.

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