US-Unternehmen kaufen sich zunehmend in den einheimischen Dienstleistungssektor ein
Konzerne verstärken Indien-Aktivitäten

In den USA wird die Auslagerung von Dienstleistungsjobs in Billiglohnländer zunehmend zum Thema politischer Grabenkämpfe. Die Großkonzerne schreckt dies nicht – sie stärken ihre Präsenz im Offshoring-Mekka Indien.

HB NEU DELHI. Gerade erst hat IBM den drittgrößten indischen Call-Center-Anbieter Daksh übernommen – für geschätzte 170 Mill. $. Und die Citigroup kauft freien Aktionären für 122 Mill. $ die Mehrheit an ihrer Outsourcing-Tochter E-Serve International ab, die Teile des Kundendienstes und IT-Arbeiten für die Bank erledigt. Bisher gehören dem Finanzriesen 44 %.

Der Vorstoß untermauert nicht nur Indiens Führungsrolle unter den Offshoring-Standorten, er folgt auch einem Trend zum höherwertigen Offshoring: „Business Process Outsourcing“ (BPO). Der Begriff steht für die Auslagerung unternehmensinterner Büroarbeiten. Vorreiter dieses Trends ist GE Capital, die bereits 12 000 Mitarbeiter in Indien beschäftigt, den Großteil setzt das Unternehmen für IT-fremde Arbeiten ein. IBM beschäftigt zwar auch über 9 000 Angestellte in Indien, die meisten davon aber im IT-Bereich. Die Übernahme des rasant wachsenden Unternehmens Daksh und seiner 6 000 Call-Center-Bediensteten stärkt IBMs BPO-Kapazitäten erheblich. Zu Dakshs wichtigsten Kunden zählen neben Amazon.com die Telefongesellschaft Sprint und die Versicherung Aetna. Beide sind bereits IBM-Großkunden für IT-Dienste.

„Der Trend geht zur Verzahnung bei der Auslagerung von IT-Diensten und Büroprozessen“, sagt S. Gopalakrishnan, Chief Operating Officer des indischen Offshoring-Spezialisten Infosys. Kunden verlangten beides aus einer Hand. Außerdem gebe es Synergien bei der Rationalisierung von IT-Architektur und Geschäftsprozessen. Wie sehr Offshoring im Trend liegt, belegen die jüngsten Umsatzzahlen von Infosys: Der IT-Dienstleister steigerte Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr um 30 % und nahm als erstes indisches Unternehmen der Branche mehr als 1 Mrd. $ ein. 1999 waren es erst 121 Mill. $.

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