Veranstalter beschuldigt Onur Air
Interflug-Debakel in Antalya wirft Fragen auf

Die im türkischen Antalya gestrandeten deutschen Urlauber sollen noch heute ihren Rückflug in die Heimat antreten können. Nach Angaben des Deutschen Reiseveranstalter Verbandes (DRV) sind für den Abend zwei Flüge nach Stuttgart und Nürnberg vorgesehen.

HB ANTALYA. Die Rückflüge würden vom Hamburger Türkei-Spezialisten Öger Tours organisiert. Am Wochenende hatten mehrere hundert Touristen vergeblich auf ihren Heimflug gewartet. Einige von ihnen hätten zwei Nächte am Flughafen verbracht, andere die Entwicklung in ihren Hotelzimmern abgewartet. Die Touristen waren in der Türkei hängen geblieben, nachdem der Hamburger Reiseanbieter Interflug in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war.

In einer Presseerklärung gibt Interflug der Fluggesellschaft Onur Air die Hauptschuld an dem Debakel. Die Fluggesellschaft, die wegen Sicherheitsmängeln eine Zeitlang nicht in Deutschland landen durfte, sei wichtigste Partnerin gewesen. Nach dem Landeverbot hätten daher einige Reisebüros ihre Zahlungen ausgesetzt. Man habe zwei Wochen lang in Vorkasse treten müssen, heißt es in der Presseerklärung.

Vorwürfe erhebt Interflug auch gegen die Luftfahrtbehörden. Man habe zwar versucht, auf Onur Air gebuchte Fluggäste auf andere Chartergesellschaften umzubuchen. Doch die Behörden hätten diese Fluggesellschaften mit Restriktionen belastet und "willkürlich" stundenlangen Inspektionen unterzogen. In Agenturberichten heißt es dagegen, andere türkische Vercharterer hätten sich wegen der unsicheren Finanzlage von Interflug geweigert einzuspringen.

Dem zuständigen Hamburger Amtsgericht liegt allerdings bisher kein Insolvenzantrag von Interflug vor. Eine Sprecherin wollte aber nicht ausschließen, dass sich der Antrag noch auf dem Postweg befand. Beim Deutschen Reiseveranstalter Verband (DRV) hieß es indes, dass das Unternehmen am Sonntag Insolvenzantrag gestellt habe. Eine Sprecherin des Branchenverbandes sagte, dass dem DRV eine Kopie des Antrages vorliege.

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