Verhaltene Zuwächse
Reisebranche trotzt der Fußball-WM

Die Reisebranche hat den vergangenen Sommer mit eher verhaltenen Zuwächsen abgeschlossen. Marktführer Tui leidet unter Einbrüchen in seiner Schifffahrtssparte. 25 Mill. Euro Verlust verhagelten kräftig das Quartalsergebnis.

ek/lip DÜSSELDORF. Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui hat für die Touristiksparte 2,4 Prozent mehr Gäste gemeldet bei einem leichten Umsatzrückgang von ebenfalls 2,4 Prozent auf 5,16 Mrd. Euro in der Hauptsaison. Tui legte am Donnerstag die Zahlen für sein drittes Quartal vor.

Während das Touristikergebnis mit 584 Mill. auf Vorjahresniveau blieb, schrieb die Schifffahrt der Konzerntochter Hapag-Lloyd mit minus 25 (Vorjahr plus 95) Mill. Euro einen Verlust und verhagelte kräftig das Quartalsergebnis. Der hohe Ölpreis und der Verfall der Frachtraten seien dafür ausschlaggebend, aber auch Integrationskosten für die übernommene kanadische Reederei CP Ships.

Dabei war der Umsatz in der Schifffahrt nach der Übernahme um 73 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro gestiegen. Synergieeffekte der Integration, die Tui in einer Größenordnung von 220 Mill. Euro erwartet, würden erst im kommenden Jahr ab dem zweiten Quartal erzielt, sagte Finanzchef Rainer Feuerhake. Dann würde sich auch das Ergebnis der Sparte verbessern – unabhängig von der Markt-Entwicklung.

Mit seiner Kernsparte Touristik liegt Tui – in diesem Geschäft Europas Nummer eins – in etwa auf dem Niveau der Wettbewerber, die sich als nicht börsennotierte Unternehmen mit Zahlen zurückhalten. So verkündete Neckermann als Kernmarke des Branchenzweiten Thomas Cook kürzlich ein Buchungsplus für den Sommer von 2,7 Prozent. Die Pauschalreiseveranstalter der Rewe Gruppe hätten den Sommer wie geplant mit einem Umsatz knapp über Vorjahresniveau beendet, sagte Geschäftsführer Dietmar Kastner. Jedenfalls sei die vor der Fußball-Weltmeisterschaft befürchtete Reiseunlust der Deutschen in der Zeit nach dem Turnier ausgeblieben.

Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) profitierte die deutsche Hotelbranche vom WM-Jahr. Die Zahl ausländischer Gäste werde 2006 um zehn Prozent zulegen. Auch nach den Fußballwochen sei die Nachfrage nach Hotelbetten in den Städten weiter gestiegen, mancherorts sogar zweistellig.

Zu den Verlierern der Sommersaison gehörten die Türkei-Reiseveranstalter. So ist Spezialist Öger Tours, nach den großen drei Touristikkonzernen und der Duisburger Alltours fünfgrößter Anbieter, im laufenden Jahr unter Druck geraten. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 623 Mill. Euro, das Ergebnis erreichte eine „schwarze Null“. Damit schnitt Öger aber in seinem Spezialmarkt besser als die Wettbewerber ab. „Wir erwarten für 2005/06 bei Reisen in die Türkei eine Umsatzminus von rund 20 Prozent“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbands. Als Grund nannte sie die Vogelgrippe sowie die Anschläge in die Türkei.

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