Versandhändler
Otto will einige hundert Stellen abbauen

Die Zeiten des zweistelligen Wachstums des Online-Geschäfts sind vorbei. Es muss gespart werden. Der Versandhauskonzern will sich über Stellenstreichungen und Synergien der Hausmarken Luft für Preissenkungen verschaffen.
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DüsseldorfDer weltgrößte Versandhauskonzern Otto wird einige hundert Stellen abbauen. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seine Kosten senken und sich im boomenden Onlinehandel gegen Konkurrenten wie Zalando behaupten. Doch sei die ursprünglich angenommene Zahl an Stellenstreichungen, über die nun mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werde, weit geringer als anfangs mit rund 700 von 6300 angenommen, teilte das Hamburger Unternehmen am Donnerstag mit. So sei es etwa über Versetzungen oder die Fluktuation gelungen, die Zahl einzudämmen. „Schon heute ist abzusehen, dass die verbleibende Zahl der noch abzubauenden Vollzeitstellen voraussichtlich nicht einmal mehr die Hälfte der ursprünglich angekündigten 700 Vollzeitstellen betragen wird.“

Otto baut sein Internetgeschäft seit Jahren aus und sieht sich als zweitgrößter Onlinehändler hinter dem US-Konzern Amazon. Der Anteil am Handelsumsatz lag im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende Februar) bei 57 Prozent. Doch ließ das Wachstum nach. 2012/2013 stieg der Erlös im Handel über das Internet um sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, in den vergangenen Jahren hatte Otto allerdings teils noch hohe zweistellige Zuwachsraten verzeichnet.

Das Hamburger Unternehmen will die drei Vertriebsmarken Otto, Schwab und Baur enger verzahnen, um die Kosten zu senken und sich Luft für Preissenkungen zu verschaffen. Die Organisation soll gestrafft werden. Durch gezielte Maßnahmen sollen die Marken bei Preissuchmaschinen in die vorderen Ränge kommen. Der Stellenabbau soll nicht im Vordergrund stehen.

Allein durch die Ausgliederung der Finanzbuchhaltung könnten rund 100 Arbeitsplätze gesichert werden, so Otto. Konzernbetriebsratsvorsitzender Uwe Rost gab aber zu Bedenken, dass dies mit einem Leistungsverzicht der Mitarbeiter verbunden sei. Auch der bereits erfolgte Abbau über Fluktuation, die Nicht-Verlängerung von befristeten Verträgen oder Probezeitkündigungen träfen die Arbeitnehmer hart.

Derzeit liefen die Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan, wie die Parteien mitteilen. Beide Seiten rechneten mit Ergebnissen noch vor der Sommerpause.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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