Vorstandschef Hainer im Interview
Adidas will im WM-Jahr 2010 wieder wachsen

Nach Umsatzrückgängen im Jahr 2009 blickt Adidas-Chef Herbert Hainer wieder optimistischer in die Zukunft. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Hainer über die Geschäftsaussichten für 2010, die mühevolle Sanierung der Tochter Reebok und seinen Favoriten bei der Fußball-WM.
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Herr Hainer, in der Weltwirtschaft knirscht es nach wie vor gewaltig. Was erwarten Sie vom kommenden Jahr?

Ich bin vorsichtig optimistisch für 2010. Natürlich sehen wir jeden Tag, dass die Krise noch nicht vorbei ist. Fälle wie Dubai und Griechenland machen das deutlich. Auch das Verbrauchervertrauen ist noch nicht wieder da. Gleichzeitig gibt es positive Zeichen, verzeichnen wir in Argentinien und Brasilien das beste Jahr, das wir je hatten. Und auch Deutschland hat sich gut gehalten.

Konkret: Wie wird es für Ihren Konzern 2010 laufen?

Die Marken Adidas und Reebok werden kommendes Jahr wachsen. Für eine genaue Prognose ist es jetzt aber noch zu früh.

Im laufenden Jahr wird der Umsatz leicht unter dem Vorjahr liegen, bleibt es bei dieser Prognose?

Ja. Der Rückgang im kleineren bis mittleren einstelligen Prozentbereich ist zwar nicht schön, doch wenn man uns mit anderen Branchen vergleicht, leben wir geradezu auf einer Insel der Seligen.

Trotzdem mussten dieses Jahr 1 500 Mitarbeiter gehen, Sie haben den ganzen Konzern umgebaut. Warum der Aufwand, wenn es doch gar nicht so schlecht läuft?

In Rekordjahren, wie wir sie hatten, setzt eine Firma automatisch Speck an. Jetzt haben wir die ganze Organisation verändert, haben die Regionalverwaltungen dichtgemacht. Gleichzeitig haben wir die Warenbestände runtergefahren und die Lieferzeiten verkürzt. In einem so großen Unternehmen wie unserem lässt sich immer noch etwas rausholen.

Ein Teil ihrer Märkte scheint ja gesättigt. Wo soll denn das weitere Wachstum herkommen?

Die Fußball-Weltmeisterschaft wird uns einen Schub geben. Bei der letzten WM hatten wir sechs Teams gesponsert, diesmal sind es zwölf. Das sorgt für zusätzliche Umsätze. Das Eröffnungsspiel bestreiten gleich zwei unserer Mannschaften, das hilft. Glauben Sie mir, unsere Produkte kommen gut an. In der ersten Stunde nach der Auslosung der Gruppen haben wir allein in einem Shop in Kapstadt gleich 400 WM-Bälle verkauft.

Die WM alleine reicht aber nicht aus, Fußball macht nur etwa zehn Prozent vom Umsatz aus. Und im größten Sportmarkt der Welt, den USA, hakt es ganz gewaltig.

Richtig, in Amerika sieht es noch nicht so aus, als seien wir aus dem Gröbsten heraus. Am wichtigen Verkaufswochenende nach Thanksgiving, dem Black Friday, haben sich die Käufer zurückgehalten. Aber es gibt auch einige Volkswirtschaften, die schon wieder angesprungen sind - nehmen Sie Brasilien, Russland, Indien und China als Beispiel. Dort sehe ich für uns mittel- und langfristig noch enormes Potenzial. In diesen und anderen Schwellenländern eröffnen wir weiter eigene Läden. So kommt es auch, dass wir dieses Jahr in unseren eigenen Geschäften 1 700 Verkäufer eingestellt haben.

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