Vorwürfe an Bundesbank
Handel fürchtet um Bargeldversorgung

Handel, Banken und Geldtransporteure fürchten um die Bargeldversorgung. In einem Schreiben, dass dem Handelsblatt vorliegt, verlangen sie von der Bundesbank eine Fristverlängerung für die Abschaffung der umstrittenen Eigenkonten.

HB FRANKFURT. Bislang zahlten die Geldtransporteure das Bargeld von Einzelhändlern, Imbissen und Blumenläden auf ihr eigenes Konto bei der Bundesbank ein und überwiesen es dann weiter an die Konten ihrer jeweiligen Kunden. Diese Vermischung verschiedener Gelder war seit Jahren kritisiert worden, weil sie Unterschlagung begünstigte.

Nach den Skandalen um Heros und Arnolds, bei denen Kundengelder in Millionenhöhe abgezweigt worden waren, beschloss die Bundesbank, die Eigenkonten vom 1. April an durch andere Verfahren zu ersetzen. Dazu sollten sich die Einzelhändler registrieren lassen. Einzahlungen von Kunden für die am 1. April kein Meldebogen vorliege, würden nicht angenommen beziehungsweise weiter geleitet. Bislang haben sich aber nach Branchenschätzungen höchstens 60 Prozent der Handelsunternehmen angemeldet.

Die Bundesbank habe zu enge Fristen gesetzt, Formulare und Anleitungen seien für die Einzelhändler zu kompliziert gewesen und hätten sich zudem ständig geändert, monieren die Geldtransporteure. Handel, Banken und Transporteure verlangen deshalb, die neuen Verfahren erst am 1. Juli einzuführen.

Die Bundesbank wies die Vorwürfe zurück. Eine Verschiebung des Starttermins komme auch aus aufsichtsrechtlichen Gründen nicht in Betracht. Zudem sei die Umstellung rechtzeitig angekündigt worden. Eine Gefährdung der Bargeldversorgung sei nicht zu erwarten. Die Zentralbank räumte aber ein, dass es für einzelne Kunden durchaus zur Verzögerungen und Abwicklungsproblemen kommen könne.

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