Wachstumsaktie
Warum Zalando noch nicht reif für die Börse ist

In nur vier Jahren hat Zalando die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro geknackt. Nun änderte der Modehändler seine Unternehmensstruktur und heizt Spekulationen um einen Börsengang an.
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Düsseldorf Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt: Diesen Gemütszustand kannten Börsianer spätestens nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes, einem Börsensegment für Technologie-Werte, das Anfang 2000 kollabierte. Noch immer zucken Anleger zusammen, wenn sie von Unternehmen mit explodierenden Umsätzen, hohen Verlusten und Börsenambitionen hören.

Es ist auch Teil des Geschäftsmodells der Samwer-Brüder, mehrere Start-ups gleichzeitig mit ihrer Firma Rocket Internet aufzubauen, um sie dann zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Bei einem ihrer prominentesten Projekte, dem Online-Versender Zalando, deutet sich der Börsengang an.

Der Umsatz des Online-Modeversenders wuchs zwar rasant und erreichte im vergangenen Jahr - vier Jahre nach der Gründung - die Marke von 1,15 Milliarden Euro. Der operative Verlust stieg derweil aber von 60 auf 90 Millionen Euro.

Und jetzt dennoch an die Börse – oder gerade deswegen? Zuletzt hatten die Berliner angekündigt, sich von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Der Weg aufs Parkett wäre damit frei. Auch Geschäftsführer Rubin Ritter betonte, dass es das Ziel von Zalando sei, stets „börsenbereit“ zu sein und ein IPO (Initial Public Offering) zumindest „mittelfristig“ interessant sei.

Ein weiteres Indiz für einen IPO: Die Eigentümerstruktur hatte sich zuletzt verändert. Die Samwer-Brüder zogen sich mit Rocket Internet langsam zurück und gaben Geschäftsanteile an den schwedischen Investor Kinnevik ab.

Die Schweden sind nun größter Investor. Zu dem Gesellschafterkreis gehören außerdem der European Founders Fund, über den die Samwers ihre Anteile halten, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen, der kanadische Lehrer-Pensionsfonds OTPP, JP Morgan, Tengelmann und Holtzbrinck Ventures. Tengelmann und Holtzbrinck Ventures hatten zuletzt ebenfalls Anteile abgegeben.

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