Wal-Mart-Kauf
Metro-Chef will bis Ende 2008 Umstellung durchziehen

Der Handelsriese Metro schließt nach der Übernahme der 85 deutschen Wal-Mart-Warenhäuser die Aufgabe einzelner Filialen nicht aus, sucht aber Lösungen für die Arbeitsplätze im Gesamtkonzern.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. „An dem ein oder anderen Punkt wird man auch über Arbeitsplätze reden. Wir haben aber immer Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern im Gesamtkonzern. Für die Details ist es zu früh, wir haben gerade erst den Vertrag unterschrieben. Jetzt atmen wir durch, dann krempeln wir die Ärmel hoch“, sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). Gefährdet ist dem Interview zufolge die bisherige Deutschland-Zentrale von Wal-Mart in Wuppertal. Auch das werde aber noch geprüft, betonte Körber.

Achteinhalb Jahre nach dem Markteintritt in Deutschland hatte Wal- Mart am Freitag bekannt gegeben, sein verlustreiches Deutschlandgeschäft an den führenden deutschen Handelskonzern Metro abzugeben. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Metro will mit dem Zukauf die in Deutschland schwächelnde Tochter Real stärken. Sie schließt derzeit nicht aus, dass auch einzelne der Wal-Mart-Filialen geschlossen werden könnten. „Wir werden versuchen, das übernommene Ladennetz und die dazugehörigen Arbeitsplätze soweit als möglich zu erhalten“, sagte ein Metro-Sprecher dpa am Samstag.

Bis Ende 2008 will Körber die Wal-Mart-Häuser „komplett auf Real umgestellt“ haben, sagte der Metro-Chef der Zeitung. In den deutschen Wal-Mart-Läden werden rund 11 000 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Brancheninformationen hat Wal-Mart in der Vergangenheit einige Filialen geschlossen und hatte entsprechende weitere Pläne. Im Jahr 2009 sollen die zuletzt mit Verlust arbeitenden Real- Warenhäuser „zu alter Ertragsstärke zurückkehren und eine Umsatzrendite von drei Prozent erzielen“, betonte Körber in dem Interview. Von den „bis dahin integrierten neuen SB-Warenhäusern“ erhofft sich Körber einen zusätzlichen Umsatz von zwei Milliarden Euro.

Da einige Wal-Mart-Standorte deutlich größer sind als die Real- Märkte, plant Körber einem Bericht des Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge, andere Ketten in die Gebäude zu integrieren. „Wir können uns vorstellen, dass dort neben Real die Filiale einer anderen Metro- Tochter wie zum Beispiel von Media Markt oder Saturn einzieht“, sagte Körber. Die Gespräche zwischen Metro und Wal-Mart zur Übernahme der deutschen Wal-Mart-Filialen hätten ein Jahr gedauert.

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