Warenhausgeschäft
Metro-Tochter Real vertagt Turn-around

2010 sollte die Warenhauskette Real nach Vorstellung von Metro-Chef Eckhard Cordes Gewinne schreiben. Doch die Wirtschaftskrise macht die Zeitplanung von SB-Warenhauschef Joël Saveuse zunichte. Dennoch überrascht er mit schwarzen Zahlen für den Zukauf Wal-Mart.
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DÜSSELDORF. Metros ertragsschwache SB-Warenhauskette Real hat große Mühe, das von Vorstandschef Eckhard Cordes gesetzte Ultimatum einzuhalten. Wie Real-Sanierer und Metro-Vorstand Joël Saveuse gestern berichtete, werde die Mönchengladbacher Konzerntochter wohl erst Ende 2011 das Ziel erreichen, den Betriebsgewinn (Ebit) auf drei Prozent zu verbessern.

Im März 2008 hatte Cordes den SB-Warenhäusern für den Turn-around eine Frist von zwei Jahren gesetzt. Ansonsten wolle er das Tochterunternehmen verkaufen. Später konkretisierte Metros Vize-Chef Thomas Unger, Real müsse dazu eine Rendite von zwei bis drei Prozent erzielen - andernfalls blieben die Erträge unter den eigenen Kapitalkosten.

Im vergangenen Geschäftsjahr aber schaffte Real bei einem Umsatz von 11,6 Mrd. Euro gerade einmal eine Rendite von 0,2 Prozent - die hohen außerordentlichen Belastungen nicht mitgerechnet. Und auch in den ersten neun Monaten 2009 verbesserte sich der bereinigte Betriebsgewinn nicht merklich.

In der Düsseldorfer Metro-Zentrale will man von Verkaufsabsichten bei Real bislang dennoch nichts wissen. "Wir gehen davon aus, dass die Wachstumsperspektive stimmt", sagte ein Sprecher. Zudem gehe Vorstandschef Cordes davon aus, dass schon Ende 2010 bei Real eine Rendite "in Richtung zwei bis drei Prozent" erreicht werde.

Nach der Ankündigung von Saveuse gerieten die Metro-Aktien zunächst unter Druck, erholten sich später jedoch auf ein Tagesminus von 0,7 Prozent. Auf Real habe dieses Jahr niemand gewettet, zeigten sich Analysten wenig überrascht. Einzelhandelsexperten wie Volker Bosse von Unicredit äußerten sich skeptisch zu der Frage, ob Real überhaupt jemals die gesteckten Ziele erreichen werde. Die Metro-Aktie bewertet Bosse daher lediglich mit "halten".

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