Warnstreiks in neun Briefzentren
Keine neues Angebot von der Post

Trotz der Warnstreiks bei der Deutschen Post will das Unternehmen im Tarifstreit um Gehälter und Arbeitszeit vorerst kein neues Angebot vorlegen. Jetzt müsse sich die Gewerkschaft Verdi bewegen, sagte Postsprecher Uwe Bensien.

HB BONN. Die Arbeitnehmerseite dagegen forderte die Post am Montag auf, das vorgelegte Angebot nachzubessern. "Die Post muss zur Kenntnis nehmen, dass die Verhandlungen auf dieser Grundlage gescheitert sind", sagte Verdi-Sprecher Jan Jurzcyk. Es werde in den nächsten Tagen noch einige Warnstreiks geben und nach der Urabstimmung werde es ab dem 2. Mai in den unbefristeten Streik gehen.

"Das ist das Drehbuch, falls sich nicht noch irgendwas am Sachstand ändert", sagte Jurzcyk. "Wir sagen, was da im Augenblick liegt, reicht nicht."

"Wir haben ein sehr gutes, sehr attraktives und vor allem verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt", sagte Bensien. Auf dieser Basis müsse verhandelt werden. Die Äußerungen von Personalvorstand Walter Scheurle bedeuteten nicht, dass die Post ein neues Angebot vorlegen werde. Scheurle hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, die bisherige Offerte sei "nicht das letzte Wort der Post".

Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich seit Sonntagabend rund 800 Mitarbeiter in neun der bundesweit 83 Briefzentren an den Warnstreiks. Betroffen waren Berlin, Dresden, Duisburg, Freising, Hannover, Wiesbaden, Mainz, Hamburg und der Großraum Stuttgart. Insgesamt blieben drei Mill. Briefsendungen liegen, hieß es. An normalen Werktagen befördert die Post rund 71 Mill. Briefsendungen.

Die Post hatte bei den Tarifverhandlungen in Düsseldorf für die 130 000 Tarifkräfte eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011 und die Steigerung der Löhne der Tarifbeschäftigten in den kommenden zwei Jahren um rund 5,5 Prozent angeboten. Dafür fordert sie eine Arbeitszeitverlängerung.

Die Gewerkschaft lehnt das Postangebot ab. Sie argumentiert, die Postvorschläge bedeuteten eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 41 Stunden, was zum Wegfall von 12 500 Arbeitsplätzen führe. Verdi-Sprecher Günter Isemeyer sagte: "Das Angebot, das die Post uns vorgelegt hat, das können Sie in die Tonne kloppen, um das mal im Ruhrgebietsdeutsch zu sagen." Bensien bezeichnete die Haltung der Gewerkschaft als absurd.

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