Wechselangebot
Konkurrenz weidet Teldafax aus

Vergangenen Samstag stellte der Insolvenzverwalter von Teldafax den Betrieb des Stromanbieters ein. Nun macht der größte Konkurrent den Mitarbeitern ein Angebot. VON J.FLAUGER UND S. IWERSEN.
  • 3

TroisdorfMitten im größten Schlamassel der Unternehmensgeschichte gibt es für die Mitarbeiter von Teldafax einen Lichtblick. Direkt vor ihrer Tür werden sie noch in dieser Woche von Abgesandten des Berliner Konkurrenten Flexstrom begrüßt. Dessen Angebot: ein neuer Job. Auf den Handzetteln für die Teldafax-Mitarbeiter steht in Anlehnung an den Teldafax-Slogan: „Wechseln? Ist doch ´n Klax! Jetzt bei Flex-Strom im Callcenter bewerben!“

„Unser Unternehmen wächst stark und wir sind immer interessiert an gut ausgebildeten Leuten“, sagte Flex-Strom Sprecher Dirk Hempel dem Handelsblatt. „Die Mitarbeiter von Teldafax in Service-Centern Schönefeld und Fürstenwalde würden wir deshalb gern als neue Kräfte bei uns begrüßen. Wir glauben, dass hier beide Seiten profitieren können.“

Für Teldafax bedeutet das Angebot bereits den zweiten Tiefschlag innerhalb weniger Tage. In der vergangenen Woche warb der Konkurrent Yello-Strom auf der ersten Seite der Bild-Zeitung offen um die Kunden von Teldafax. Mit dem Anzeigentext „Jetzt retten lassen“, lockte die EnBW-Tochter nach eigener Auskunft schon eine vierstellige Zahl an  Kunden, die durch den Ausfall von Teldafax in die teurere Grundvorsorgung gefallen waren.

Brancheninsider rechnen damit, dass sich das ausblutende Unternehmen Teldafax nicht mehr erheben wird. Seit gut einem halben Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. Immer mehr Netzbetreiber nahmen Teldafax vom Netz, weil das Unternehmen seine Rechnungen nicht zahlte. Auf diese Weise kamen Teldafax innerhalb weniger Monate mehr als 200.000 Kunden abhanden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr brauchte ganze drei Tage, um bei Teldafax sofort den Nothalt auszulösen. Am vergangenen Samstag stellte er den Betrieb aus Kostengründen bis auf Weiteres ein.

„Das Moratorium ist notwendig geworden, weil die finanzielle Lage des Unternehmens zu den gegenwärtigen Vertragsbedingungen keine Belieferung aller Kunden erlaubt“, erklärte Bähr. Anders gesagt: Die Billigpreisstrategie des Managements hat Teldafax in die Handlungsunfähigkeit getrieben.

Das dramatische Ende von Teldafax wirft nun ein bezeichnendes Licht auf diejenigen, die bis zuletzt Verantwortung trugen. Noch drei Wochen vor dem Insolvenzantrag behauptete der erst im März eingesetzte Sanierungsexperte Hans-Gerd Höptner, seine Arbeit sei getan und er könne planmäßig an seinen Vorstandskollegen Gernot Koch übergeben.

„Die erste Hürde für den Neu-Anfang ist genommen“, erklärte dann der neue Vorstandsvorsitzende Koch. „In den kommenden Wochen werden wir vor allem durch Taten überzeugen.“ Auf die Anfrage des Handelsblattes, wie er zu dieser Überzeugung gelangte, antwortete Koch nicht.

Kommentare zu " Wechselangebot: Konkurrenz weidet Teldafax aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ...nur so zur Info, im Hause Teldafax gibt ein keinen einzigen Schredder, vielleicht sollte das Handelsblatt einige Schredder zur Verfügung stellen, oder Diejenigen, die das Handelsblatt in der 6-monatigen Kampagne unterstützen!!! Wer hat wohl die Motivation dazu???

  • Die Bonusverweigerer von FlexStrom brauchen also gut geschultes Personal. Und das finden Sie für Ihre Zwecke natürlich bei TelDaFax.
    Denn die "gute" Ausbildung umfasst die Fähigkeit, in der Hotline 463 mal am Tag zu behaupten, man würde das Anliegen weiterleiten, dies dann nicht zu tun und statt dessen weiter Kundenpost, Beschwerden und Beweismaterial zu schreddern.

    Vom regen in die Traufe...

  • Aber wer will schon zu Flexstrom? Besser als Teldafax sind die definitiv nicht. Die haben doch noch mehr unglückliche Kunden und verbraucherunfreundlichere Geschäftspraktiken.

    In Berlin gibt es viele Call-Center in denen die Mitarbeiter einen neuen Job finden können. Nur nicht Flexstrom. Und vor den Firmengebäuden werden ist echt unter aller Sau

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%