Weltgrößte Sportmesse Ispo
Wenig Kälte, wenig Kunden

Der warme, schneearme Winter macht Sporthändlern und Herstellern zu schaffen. Die weltgrößte Sportartikelmesse Ispo begann deshalb in München mit eher gedämpfter Stimmung. Nicht nur das Wetter ärgert die Branche.

MünchenDie letzten Schneereste vor den Messehallen in München schmelzen dahin, und mit ihnen die Hoffnung, dass das Geschäft doch noch einmal anzieht. Die Sportbranche leidet schwer unter dem viel zu warmen Winter. Skier, Skischuhe und warme Jacken liegen wie Blei in den Regalen.

Um fast ein Fünftel seien die Umsätze bei der Sporthandelskette Sport 2000 im Dezember abgestürzt, klagt Geschäftsführer Andreas Rudolf. Einige bitterkalte Tage haben zuletzt zwar etwas mehr Kunden in die Läden gelockt. Doch so viel steht fest: Das verlorene Geschäft lässt sich kaum noch aufholen.

Sport 2000 ist kein Einzelfall. Der gesamte deutsche Sportfachhandel hat zu kämpfen. So haben die Händler hierzulande vergangenes Jahr ein mageres Plus von nur einem Prozent eingefahren. Das lag vor allem am schlechten Dezember, dem sonst umsatzstärksten Monat. Angesichts frühlingshafter Temperaturen gingen kaum Schlittschuhe, Mützen oder Rodel über die Ladentheken. Der Zuwachs ist dürftig verglichen mit anderen Branchen. Die Spielwarengeschäfte etwa freuten sich 2015 über sechs Prozent Wachstum. Bei den Sporthändlern im Rest Europas lief es allerdings auch besser, in Skandinavien und Italien stiegen die Einnahmen immerhin um zweieinhalb Prozent.

Die Skier, Helme und Skistiefel ganz aus den Läden räumen, das will dann aber doch kaum ein Fachhändler. „Das sind komplexe Produkte, da liegt unsere Kompetenz“, erläutert Jochen Schnell, Vorstand des Händlerverbunds Intersport. Doch klar sei auch, dass der Markt enger werde. Daher müssten die Geschäftsinhaber auch neue Wege gehen: Statt Skiausrüstung zu verkaufen, würde das Verleihgeschäft noch weiter forciert. Der Wintersport steht für rund 15 Prozent der Einnahmen von Intersport, des deutschen Marktführers.

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Wenig Kälte, wenig Kunden

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Auch Zulieferer machen Ärger

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