Weltgrößter Luftverkehrsmarkt
Air France und Lufthansa mischen in USA mit

Die führenden Fluggesellschaften Europas schauen der Konsolidierung in den USA nicht tatenlos zu. So hat Air France-KLM aktive Geburtshilfe bei dem Zusammenschluss von Delta und Northwest geleistet. Die Deutsche Lufthansa hat dagegen schon einen Fuß in der Tür zum weltgrößten Luftverkehrsmarkt.

PARIS/DÜSSELDORF. Air France, vom Umsatz her betrachtet nach wie vor weltgrößte Fluglinie, war sogar bereit, die Fusion der US-Airlines gegen eine Beteiligung finanziell zu unterstützen. "Unsere US-Partner sehen dies aber nicht mehr als nötig an", sagte eine Air-France-Sprecherin am Dienstag, "denn das neue Unternehmen verfügt über ausreichend hohe Barmittel". Air France begrüße nachdrücklich die Fusion der die transatlantische Zusammenarbeit verstärke.

Die Deutsche Lufthansa hat dagegen bereits einen Fuß in der Tür zum weltgrößten Luftverkehrsmarkt. Seit Dezember hält sie bereits 19 Prozent an der US-Billigfluggesellschaft Jetblue und hat einen Sitz in deren Board.

Für die Linienfluggesellschaften Europas ist der Verkehr über den Atlantik und darüber hinaus in Nordamerika enorm wichtig. Es ist die verkehrsreichste Region der Welt - und aufgrund des hohen Geschäftsreiseaufkommens auch eine der lukrativsten Langstrecken. Der Wettbewerb über dem Atlantik hat sich seit Anfang des Monats verschärft. Das zwischen Europa und den USA abgeschlossene Open-Skies-Abkommen erlaubt es Fluglinien, von allen europäischen Städten aus in die USA zu fliegen und nicht mehr nur aus dem Heimatland. Wie einst die Billig-Fluglinien die Kurz- und Mittelstrecken angriffen, so attackieren jetzt zudem die Fluglinien aus den Golfstaaten die Langstrecken. Emirates und Qatar Airways leiten Verkehrsströme sogar schon an Europa vorbei. Inder etwa fliegen nach New York nicht mehr nur über Frankfurt oder London, sondern über Dubai oder Qatar.

Die Spendierfreude der Franzosen hat spezifische Gründe: Delta ist Partner von Air France und Northwest kooperiert seit Jahrzehnten mit KLM. "Der geplante Zusammenschluss der US-Partner von Air France-KLM erlaubt nun, die Zusammenarbeit bei Transatlantik-Flügen schneller zu vertiefen. Das erhöht den Gewinn", urteilt Nick van den Brul, Analyst des Brokers Exane BNP Paribas. Desweiteren gibt die Fusion Air France die Sicherheit, dass die US-Partner langfristig in der Luftfahrtallianz Skyteam bleiben. Bei einer Alternativ-Fusion zwischen Delta und United, der Nummer zwei der USA, wäre Delta sehr wahrscheinlich in die von der Lufthansa dominierte Star Alliance gewechselt, wo die größere United bereits Mitglied ist. Diese Gefahr ist nun vom Tisch.

Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent hat das Quartett Air France, KLM, Delta, Northwest den bisherigen Marktführer über dem Atlantik British Airways abgelöst. Vergangene Woche hatte das US-Verkehrsministerium den vier Airlines zugesagt, bei den Wettbewerbsbehörden eine Ausnahme von den Anti-Trust-Regeln zu beantragen. Ein positiver Bescheid gilt damit als sicher. "Damit können nun die vier ihr gesamtes Transatlantik-Geschäft de facto fusionieren. Das erlaubt, den Flugplan zu optimieren, die Auslastung zu erhöhen und damit die Margen", sagt Analyst van den Brul.

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