Werbeauftritt
Neues Markenkonzept soll Karstadt aufwerten

Die Düsseldorfer Werbeagentur Grey wird ab sofort die Kommunikation der Karstadt-Warenhäuser übernehmen. Die Agentur sei dafür verantwortlich, den gesamten Markenauftritt zu gestalten, sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Der neue Werbeauftritt für Karstadt wird voraussichtlich im März 2007 starten. Die Höhe des Budgets geben Karstadt und Agentur Grey nicht bekannt, es soll sich aber um einen dreistelligen Millionenetat handeln. Der Auftritt soll dazu beitragen, die Marke wieder aufzuwerten. Die Warenhaussparte des KarstadtQuelle-Konzerns hat über Jahre Umsatz verloren. Ihre Krise hatte entscheidenden Anteil an der Beinahe-Pleite des Unternehmens im Jahre 2004. Grund der Misere waren unter anderem ein austauschbares Warenangebot und mangelnder Spaß beim Einkauf, wie Handelsexperten immer wieder betont haben.

Der seit Mai 2005 amtierende Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, nicht nur die kleinen Warenhäuser zu verkaufen, sondern Karstadt insgesamt neu zu positionieren und die Marketingmaßnahmen zu intensivieren. Karstadt hat sich von der Agentur Heye & Partner getrennt und das Motto „Besser Karstadt“ zur Disposition gestellt.

Zahlreiche Agenturen haben sich seitdem um den Imageetat beworben. Dabei konnte Grey auch die Hamburger Agentur Springer & Jacoby ausstechen, die die Kommunikation zum 125sten Jubiläum gestaltet hat. Grey hatte parallel auf Projektbasis gearbeitet.

„Grey hat in der gemeinsamen Projektarbeit genau verstanden, wohin wir Karstadt zukünftig entwickeln wollen. Die strategische Basis ist gelegt, die kreative Umsetzung überzeugte mit innovativen Konzepten“, begründet Karstadt-Marketingleiter Jens Henning Koch die Entscheidung. Grey-CEO Uli Veigel freut sich, dass seine Agentur den Kunden quer über alle Disziplinen betreut: „Ganzheitlich an der Neuausrichtung beteiligt zu werden, das ist eine besondere Herausforderung.“

Thematisch soll sich der Werbeauftritt um das Thema Karstadt als Anziehungspunkt in der City drehen. „Karstadt soll zum zentralen Ort in der Innenstadt werden, an dem sich Menschen treffen und täglich Neues entdecken können“, beschreibt Howe die neue Positionierung, die sich auch in den Sortimenten, den Services und der Präsentation in den Häusern widerspiegeln soll. So plant der Konzern im nächsten Jahr neue Designer-Eigenmarken im Modebereich. Services will Karstadt ausbauen. Die Eingangsbereiche der Warenhäuser will man durch häufig wechselnde Themenpräsentationen anziehender gestalten.

Trading-up heißt die Strategie, die Karstadt wieder ein eigenes Profil geben soll: Weg vom ehemals warenangebotsorientierten Kaufhaus hin zu einem kunden- und erlebnisorientierten Themenhaus.

Die Karstadt-Warenhäuser werden seit August vom Ex-Tchibo Manager Peter Wolf geführt. Zur Jahresmitte lag der Umsatz von Karstadt mit 2,18 Mrd. Euro mehr als drei Prozent über dem Vorjahreswert. Allerdings macht die Sparte noch 36 Mill. Verlust, auch wenn er deutlich gesunken ist.

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