"Widerspruch von Aktionär Johannes unwirksam"
Karstadt ignoriert Aktionärs-Widerspruch aus formalen Gründen

Unter großem Zeitdruck sucht der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern nach einem Ausweg aus der plötzlich wieder akuten Insolvenzgefahr. Unterdessen soll ein Aktionärs-Widerspruch nach Unternehmensangaben vom Tisch sein.

HB DÜSSELDORF. Der von dem Kasseler Unternehmensberater und ehemaligen Geschäftsführer einer Sinn-Leffers-Filiale, Rainer Johannes, eingelegte Widerspruch gegen die Kapitalerhöhung von Karstadt-Quelle ist nach Angaben des Konzerns unwirksam. „Herr Johannes hat nach Angaben des Notars keinen wirksamen Widerspruch zur Niederschrift beim Notar erklärt,“ sagte der Leiter der Investor-Relations-Abteilung von Karstadt-Quelle, Detlev Neveling, am Dienstag. „Damit scheidet Herr Johannes aus dem Kreis derjenigen aus, mit dem wir Gespräche über die Rücknahme der Widersprüche führen werden.“ Am Mittwoch werde der Konzern mit sechs Aktionären, die wirksamen Widerspruch eingelegt hätten, Gespräche aufnehmen. „Wir sind bemüht und zuversichtlich, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen“, sagte Neveling.

Insgesamt lässt eine Handvoll Kleinaktionäre mit ihren Widersprüchen gegen die Kapitalerhöhung rund 100 000 Beschäftigte bei Karstadt-Quelle abermals um ihre Zukunft bangen. Nachdem der Sanierungsplan - mit Beschäftigungspakt, Milliardenkrediten und Kapitalspritze - bereits sicher geglaubt war, bringen die widersprechenden Anteilseigner das ganze Paket ins Wanken. Die aktuellen Meldungen über die neuen Probleme hätten bereits zu „größter Sorge“ unter den rund 100 000 Karstadt-Quelle-Beschäftigten geführt, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold am Dienstag. „Durch diesen Missbrauch des Aktienrechts werden Arbeitsplätze in Gefahr gebracht“, beklagte die streitbare Gewerkschafterin, die auch im Aufsichtsrat des Essener Handelsriesen sitzt.

Mit ihrem Widerspruch gegen die am Montagabend mit großer Mehrheit von 99,76 % beschlossene Kapitalerhöhung, haben die Kleinaktionäre den überaus engen Zeitplan des Sanierungskonzepts überraschend wieder in Frage gestellt. Sollten die Widersprüche nicht bis zum Freitag zurückgezogen werden, kann die Kapitalerhöhung nicht wie geplant bis zum Jahresende vollzogen werden.

Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff hatte die Aktionäre bereits gewarnt: „Wenn die Kapitalerhöhung blockiert wird, dann ist das existenzgefährdend, dann droht der Gesellschaft die Insolvenz.“

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