Wirtschaftsstrafrechtler André Szesny
„Gab es eine Fusionsabsicht?“

PremiumDer Jurist spricht im Interview über die Vorwürfe gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter und über die schwierige Grenzziehung beim Insiderhandel.

FrankfurtIn der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek ist André Szesny Wirtschaftsstrafrechtler. In seiner Praxis spielen Insiderhandel und Marktmanipulation eine immer größere Rolle.

Herr Szesny, die Staatsanwälte ermitteln wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen Carsten Kengeter, Chef der Deutschen Börse. Wo liegt das Problem?
Es geht im Wesentlichen um die Frage, ob es vor dem Aktienkauf Kengeters bereits eine konkrete Fusionsabsicht auf beiden Seiten gab. Das wäre eine Insiderinformation mit Kursrelevanz, und darüber müssen Emittenten sowohl die Bafin als auch die Öffentlichkeit sofort informieren. Bloße Sondierungsgespräche sind dagegen unproblematisch. Im vorliegenden Fall stellt sich also die Frage, ob Herr...

 
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