Wochenarbeitszeit bei der Deutschen Post
Zumwinkel erschreckt Beamte und Angestellte

Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel jagt in zwei Medieninterviews seinen Beamten und Angestellten einen Schrecken ein. Auf die Beamten könnte eine außergewöhnlich lange Wochenarbeitszeit zukommen, den Angestellten droht noch heftigeres Ungemach.

HB HAMBURG. Die Deutsche Post plant die Verlängerung der Wochenarbeitszeit für ihre Beamten. Die Zeitung „Die Welt“ zitiert auf ihrer Internetseite am Wochenende den Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel, der die Wochenarbeitszeit der rund 60 000 Postbeamten von derzeit 38,5 auf 41 Stunden anheben will. „Ich finde, 41 Stunden ist eine gute Zahl. So, wie die Lohnsituation bei unseren Wettbewerbern derzeit ist, haben wir da gute Argumente“, so Zumwinkel.

Die Gewerkschaft Verdi hat bereits erkennen lassen, dass sie im Fall einer Arbeitszeitverlängerung Streiks und Massenproteste plant. „Da geht gar nichts. Die Zeit ist falsch für das Thema. Wir werden uns mit aller Macht gegen die 41-Stunden-Woche für Beamte zur Wehr setzen“, sagte Andrea Kocsis, die seit März im Verdi-Bundesvorstand für die Post zuständig ist, „Welt-Online“.

Rein rechnerisch seien von dem Plan 5000 Stellen bei der Post bedroht, sollten die längeren Arbeitszeiten eingeführt werden. Da die Beamten der Post nicht in den Streik treten dürfen, müsste dies von den rund 100 000 angestellten Kollegen im Briefdienst organisiert werden.

Doch die möglicherweise demnächst ihre eigenen Sorgen Die geplante Liberalisierung des Briefmarktes könnte bei der Deutschen Post nach Angaben von Konzernchef Klaus Zumwinkel zum Abbau von über 30 000 Arbeitsplätzen führen. „Wenn wir drastisch Marktanteile verlieren, zum Beispiel 20 Prozent, sind leicht mehr als 30 000 Jobs in Gefahr. Also mehr als im Steinkohlebergbau arbeiten“, sagte Zumwinkel in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Online-Zeitung „Netzeitung“. Prognosen über die zu erwartenden Marktanteilsverluste seien aber sehr schwierig, fügte er hinzu.

Die Post sei auf die Marktöffnung vorbereitet und schließe auch deutliche Preissenkungen nicht aus, wenn sie von neuen Wettbewerbern angegriffen werde. „Es darf sich keiner darauf verlassen, nur etwas billiger zu sein als die Post. Wir werden auf Preissenkungen reagieren, differenziert. Je nach Region und je nach Produkt“, kündigte Zumwinkel an. Einen Preiskrieg werde die Deutsche Post aber als Marktführer nicht anzetteln.

Der Konzern soll nach den bisherigen Plänen sein Monopol für Sendungen mit einem Gewicht von unter 50 Gramm zum Jahresbeginn 2008 verlieren. Dieses Geschäft macht etwa die Hälfte des deutschen Briefmarktes mit einem Volumen von rund zehn Mrd. Euro aus.

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