Wohnungsgesellschaft Deuwo
Vorstandschef der Deutschen Wohnen geht

Der Vorstandschef der Deutschen Wohnen (Deuwo), Andreas Lehner, hat seinen Posten niedergelegt. Damit hat die zweitgrößte börsennotierte deutsche Wohnungsgesellschaft den Umbau ihrer Spitze abgeschlossen. Seit Wochen stand Lehner bei Aktionären und Analysten in der Kritik – Grund war die katastrophale Kursentwicklung.

HB DÜSSELDORF. „Der Vertrag wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgehoben“, teilte die Deuwo am Freitagabend mit und würdigte Lehners Verdienste im Zuge der Entflechtung von der Deutschen Bank. Lehner, seit 2004 Vorstandschef, werde der Deuwo als Berater verbunden bleiben.

Über die Gründe für das Ausscheiden des 52-Jährigen und wer Nachfolger Chef des nun wieder zweiköpfigen Vorstandes wird, machte die Deuwo keine Angaben. Vorstände sind nun der von der Berliner Wohnungsgesellschaft Gehag gekommene und seit dem 1. September für das operative Geschäft zuständige Michael Zahn und Helmut Ullrich als Finanzchef. Ullrich war am 1. August von der Deutsche-Bank-Tochter Rreef Management, der früheren DB Real Estate, gekommen.

Die Deuwo verfügt seit der Übernahme von 85 Prozent der Anteile an der Gehag im Juli über rund 50 000 Wohnungen. Sie kaufte die Gehag-Anteile vom amerikanischen Finanzinvestor Oaktree. Dessen Deutschland-Chef Hermann Dambach wurde vor zwei Wochen zum Aufsichtsratschef der Deuwo berufen. Oaktree ist nach dem Verkauf der Gehag mit 24,2 Prozent an der Deuwo beteiligt. Die Deuwo wurde kürzlich vom Einstieg des Wohnungshändlers Colonia Real Estate (CRE) überrascht, der nun 3,6 Prozent der Anteile hält.

Zahn präsentierte sich in neuer Position gleich als der Mann, der frischen Wind in die Deuwo bringen will. „Wenn wir so weiter arbeiten, werden wir uns am Kapitalmarkt nicht refinanzieren können“, sagte er dem Handelsblatt. Um das von Zahn angestrebte Wachstum finanzieren zu können, ist es wichtig, sich zu attraktiven Kursen Eigenkapital beschaffen zu können. Außerdem deutete Zahn massive Verkäufe in Rheinland-Pfalz an.

Lehners Auftrag sei es gewesen, die Deuwo aus der Beherrschung durch die Deutschen Bank zu lösen und ihr so auch Wachstum zu ermöglichen, sagte Deuwo-Investor-Relations-Chef Hubert Bonn. Dieses Wachstum gelang Lehner deshalb erst im Juli mit der Gehag-Übernahme. Lehner habe außerdem begonnen, die Kosten zu reduzieren, ergänzte Bonn. Warum er nun nicht die Früchte seiner Arbeit bei der Deuwo erntet, bleibt offen. Spekulationen, der Abgang könne mit dem Einstieg des neuen Großaktionär Oaktree zusammenhängen, wies Bonn zurück.

Bekannt ist, dass Lehner Kapitalmarkterfahrung fehlt. Er wechselte vom Vorstand der Beratungsgeselschaft Innosys AG in den Chefsessel der Deuwo, nachdem er die Deuwo bewertet hatte. Als deren Chef bezog er seit Wochen verbale Prügel von Analysten und Aktionären wegen der katastrophalen Kursentwicklung. Mitte Februar noch bei rund 55 Euro, schob erst der CRE-Einstieg den Kurs von 25 Euro wieder über die 30-Euro-Marke.

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