Womans World
Frauenzonen in pink bei Media Markt

Laptop, Lockenstab und Friteuse: Europas größte Elektronikkette Media Markt bemüht sich intensiv darum, mehr Frauen in seine Märkte zu ziehen - in Österreich testet der Konzern eigens dafür eingerichtete Frauenzonen.
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DüsseldorfWo ist hier die Frauenzone? Geht es nach dem Willen von Europas größter Elektronikkette, muss Frau in Zukunft nicht mehr lange suchen, um beim Shoppen "artgerecht" mit allerlei Elektronikschnickschnack versorgt zu werden. Das verdankt die weibliche Kundschaft allein der Tatsache, dass es überwiegend Männer, nämlich 60 Prozent, in die Media-Markt-Filialen treibt. Das soll sich ändern, finden die Verantwortlichen. Seit vergangenen Donnerstag testet die Kette nun in allen 31 Märkten Österreichs eigens eingerichtete Frauenzonen, um mehr weibliche Kunden in die Filialen zu locken. Geht die Rechnung auf, soll das neue Konzept demnächst auch in Deutschland eingeführt werden.

Die Damen können sich in der sogenannten "Woman's World" neue Haushalts- und Elektronikgeräte anschauen. Bequeme Sessel sollen dafür sorgen, dass sich die Kundinnen vom Shopping erholen können. Sogar die Werbefotos werden für dieses Bereich extra angefertigt: Von den Plakaten lächeln Frauen mit pinkfarbenem Laptop oder Lockenstab im Haar.

Laut Fachmagazin Channelpartner soll es auf der Verkaufsinsel jeden Monat andere Schwerpunktthemen geben. Zum Auftakt gilt das Motto "Wellness und Gesundheit". Die Produktpalette reicht von Lockenstäben über Friteusen bis hin zu unterschiedlichen Gadgets in der Farbe Rosa.

Feministische Beschwerden

Von den Frauenzonen verspricht sich die Handelskette gute Geschäfte: Studien hätten ergeben, dass Frauen zunehmend technikaffin sind und auch Kaufentscheidungen bei elektronischen Neuanschaffungen treffen, wie die Elektronikkette mitteilte.

Aber wie reagiert die Zielgruppe auf die ungewöhnliche Offensive? Zumindest diejenigen, die sich im Internet dazu äußern, scheinen nicht ganz so begeistert von der Idee wie die Elektronikkette und überhäufen sich mit feministischen Beschwerden. "Das vermittelte Frauenbild löst Würgreflexe bei mir aus", schreibt etwa die Userin Jella aus Darmstadt. Andere nehmen es ironisch, so wie Lucie aus Berlin: "Frauen zunehmend technikaffin. Deswegen gibt's die Lockenstäbe und Friteusen jetzt mit Bluetooth". Userin Jenny fühlt sich offenbar an die Kinderbetreuung bei Ikea erinnert und twittert: "Die kleine Jenny möchte gerne in der Frauenzone abgeholt werden". Und Daniela Berger urteilt über Twitter: "Lieber Media-Markt, je technikaffiner Frau wird, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie irgendeinen Schrott im pinken Gehäuse kauft."

Auch die Männer kommen zu Wort und sind wenig begeistert von den Frauenzonen: "Sacht ma, erst de Herdprämie vonne Regierung, jetz de Frauenzone inne Media Märkte, ihr wisst schon datt wir 2012 habn oda?", findet etwa der User Fensterrentner, während sich ein Herr Bree darüber amüsiert, dass die Haushaltsabteilung ja demnächst vielleicht rosa Laminat bekommt.

Den Spott auf die Spitze treibt die Rhein-Zeitung aus Koblenz, die titelt: "Mediamagd gesucht?" Kurz: Es scheint momentan ganz so, als könnte die Aktion für Media Markt in die Hose gehen.

@hb_vorort bei Twitter

(Mit dpa)

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

Kommentare zu " Womans World: Frauenzonen in pink bei Media Markt"

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  • "Es scheint momentan ganz so, als könnte die Aktion für Media Markt in die Hose gehen."

    Glaube ich nicht. Die typischen Frauen, die ich kenne - alles keine Twitter-Nerds oder sonstwie Technik-interessiert - kaufen Geräte gerne auch nach Optik. Und bloße Leistungszkennzahlen (Megahertz, Taktung, Megapixel, bla) haben für diese Kundinnen keine Bedeutung.

    PS: Dicke Programmiererinnen / Piratenpartei-Mitgliederinnen müssen die Frauenzone nicht besuchen! Ist alles FREIWILLIG!

  • Ich finde die Idee Klasse und hoffe,das sie sich im Raum Hamburg durchsetzt...da sind die Leute eh offener und ich muss nicht ewig nach Pinken Werkzeug etc. suchen ;)

  • Das wahre Ziel der MM-Marketingexperten ist ein anderes: den Anteil lästiger Frauen im auf 0% reduzieren, damit Männer dort künftig ungestört einkaufen können! Mario Barth war nur der Anfang, jetzt folgt die Frauenzone - die Strategie scheint aufzugehen...man(n) ist schon runter auf 40%.
    Schade nur, dass ich auch als Mann keinen Fuß in einen MediaMarkt setze...

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