Zunächst keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze
Coca-Cola will Deutschland-Geschäft neu ordnen

Der weltgrößte Softdrink-Hersteller Coca-Cola will sein Deutschland-Geschäft radikal neu ordnen. Künftig soll nur noch ein einziges Unternehmen für die Abfüllung zuständig sein und zwar die konzerneigene Coca-Cola Erfrischungs-Getränke AG (CCE) mit Sitz in Berlin.

HB BERLIN. Damit steht das verschachtelte System aus insgesamt neun Konzessionären, die die Coca-Cola-Produkte in Deutschland abfüllen und vertreiben, vor dem Ende. Offen ist, welche Auswirkungen die Entscheidung auf Arbeitsplätze und Abfüll-Standorte haben wird. Die Entscheidung, das deutsche Vertriebssystem zu vereinfachen, wurde am Donnerstag (Ortszeit) vom neuen Coke-Chef Neville Isdell in New York bekannt gegeben. Vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen zwischen den acht unabhängigen deutschen Konzessionären über eine Neuausrichtung des Abfüllersystems. In weiteren Gesprächen sollten nun neue Formen der Zusammenarbeit ausgelotet werden, sagte Firmensprecherin Claudia Fasse am Freitag in Berlin. Die Verträge mit den Konzessionären laufen in den Jahren 2007 bis 2011 aus. Nach Angaben der Firmensprecherin wird die Entscheidung zunächst keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze haben. „Kurzfristig gibt es keinen Grund, sich Sorgen um Arbeitsplätze oder Standorte zu machen“, sagte Fasse. Die CCE hält derzeit rund 70 Prozent des Absatzvolumens in Deutschland. An 60 Standorten mit knapp 9 400 Beschäftigten füllte sie im vergangenen Jahr rund 2,5 Milliarden Liter ab. Insgesamt lag der Absatz bei rund vier Milliarden. Bei den anderen Konzessionären handelt es sich teils um Mittelständler, teils um die Töchter großer Brauereien.

Coca-Cola arbeitet weltweit nach dem gleichen Prinzip: Der US- Konzern hat die Markenrechte und vergibt die Lizenz zum Abfüllen. Der Lizenznehmer trägt die Investitionen und das unternehmerische Risiko. In Deutschland war Coke vor allem durch die Einführung des Dosenpfands und Management-Fehler unter Druck geraten. Der Konzern verlor Marktanteile an den Konkurrenten Pepsi und die Handelsmarken der Discounter. Im vergangenen Jahr schrieb die CCE bei einem Umsatz von 1,65 Milliarden Euro einen Verlust von fünf Millionen Euro.

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