Zwölf Tote bei Feuer in offenbar veraltetem Schlafwagen
Ermittlungen gegen Deutsche Bahn wegen Nachtzug-Brand

In Frankreich wird gegen die Deutsche Bahn ermittelt. Im Nachtzug zwischen Paris und München kamen vor zwei Jahren bei einem Feuer zwölf Menschen ums Leben - der Waggon entsprach nicht den Standards.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn ist jetzt im Mittelpunkt eines neuen Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit dem Feuer in einem Nachtzug mit zwölf Toten vor zwei Jahren. Ein Richter im französischen Nancy leitete wegen des Brandes, der in der Nähe der Stadt stattfand, das Verfahren gegen das deutsche Staatsunternehmen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung ein, wie Vertreter der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF am Samstag sagten.

Bei dem Feuer waren im November 2002 im Nachtzug von Paris nach München drei Deutsche, fünf US-Bürger, zwei Russen, eine Griechin und ein Ungar ums Leben gekommen. Ein Polizeibericht war zu dem Schluss gekommen, dass der betroffene Waggon nicht internationalen Standards entsprach. Der Schlafwagen, der aus den 70er Jahren stammte, habe unter anderem nicht über sichtbare Nothammer verfügt, und Schlösser an den Abteiltüren hätten die Einsatzkräfte bei der Rettung der Fahrgäste behindert, so der Richter.

Bislang wurde nur gegen einen deutschen Zugbegleiter, der sich den Behörden im März gestellt hatte, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ihm wird fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll in der Unglücksnacht seine Reisetasche auf eine Kochplatte im Serviceabteil des Schlafwagens abgestellt und Kleidungsstücke in unmittelbarer Nähe aufgehängt haben.

Die Platte erhitzte sich – unklar ist, ob sie versehentlich angestellt wurde oder ein Kurzschluss der Grund ist. Der Mann schüttete nach Erkenntnissen der Justizbehörden Wasser auf die Flammen, zog aber nicht die Notbremse. Anwälte der bei dem Feuer gestorbenen amerikanischen Familie haben in New York eine Schadenersatzklage über 175 Millionen Dollar eingereicht. Sie richtet sich gegen mehrere Unternehmen.

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