12 000 VW-Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreik
Volkswagen droht mit Personalabbau

Im Tarifkonflikt bei Europas größtem Autobauer beteiligten sich am Montag nach Gewerkschaftsangaben mehr als 12 000 Beschäftigte an befristeten Arbeitsniederlegungen.

HB BRAUNSCHWEIG. „Die Hallen sind leer“, sagte IG-Metall-Sprecher Ullrich Messmer. In Hannover beginnt am Nachmittag die neue Tarifrunde bei Volkswagen. Die Verhandlungen waren bisher ergebnislos verlaufen. Die IG Metall fordert eine Garantie für die Arbeitsplätze an den deutschen Standorten und zwei Prozent mehr Lohn. Volkswagen will eine zweijährige Nullrunde.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG Metall, Hartmut Meine, erwartet, dass es eine Vorentscheidung über die Möglichkeiten einer Einigung geben wird. Im VW-Werk in Braunschweig legten am Morgen rund 3000 Beschäftigte die Arbeit nieder, in Kassel waren es 6000. In Emden beteiligten sich rund 3000 Arbeiter an einer Kundgebung, in Salzgitter soll am Mittag unter dem Motto „Es ist 5 vor 12“ demonstriert werden.

Die Tarifverhandlungen für die 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken waren bisher ergebnislos verlaufen. Die IG Metall will vor allem eine mittelfristige Garantie für die Sicherheit der Arbeitsplätze an den deutschen Standorten durchsetzen. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zwei Prozent mehr Lohn. Volkswagen will dagegen mindestens zwei Jahre eine Nullrunde fahren, um die deutschen Jobs wettbewerbsfähig zu halten.

Hartz: Arbeitsplätze könnten dramatisch zurückgehen

Kommt es zu länger anhaltenden Streiks, schließt VW-Personalvorstand Peter Hartz, laut einem Zeitungsbericht einen Personalabbau nicht aus. "Streiks schaden der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens", sagte Hartz der "Welt am Sonntag" (WamS). "Wenn wir unser Konzept nicht umsetzen können, geht die Zahl der Arbeitsplätze von Volkswagen in Deutschland in den kommenden Jahren dramatisch zurück."

Weil der Gesamtkonzern durch seine Werke in Osteuropa nach wie vor noch schwarze Zahlen schreibe, seien betriebsbedingte Kündigungen kein Thema. VW könnte trotzdem Personal abbauen, indem sie freiwerdende Stellen nicht neu besetze. Hartz habe die Vertreter der IG Metall zur Problemlösung am Verhandlungstisch aufgerufen: "Wir hoffen, daß die IG Metall mit uns diese Richtung geht, anstatt auf Eskalation zu setzen."

Der Personalvorstand verweise auf den Sieben-Punkte-Plan des Managements, den er ausgearbeitet hat, so das Blatt. Mehr als die darin gebündelten Vorschläge könne das Management nicht machen. Der Plan "bedeutet angesichts der Konjunkturlage einen Kraftakt für das Unternehmen". Für den stellvertretenden Vorsitzender der IG Metall, Berthold Huber, steht im Tarifkonflikt mit VW ein Streik derzeit nicht zur Debatte. "Wir haben nicht vor zu streiken", sagte er der "Märkischen Allgemeinen".

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