2003 Gewinneinbruch verbucht
FJH strebt ausgegliches Ergebnis an

Das Münchener Software- und Beratungshaus FJH plant weitere Kostensenkungen und strebt im laufenden Geschäftsjahr bei geringeren Erlösen ein ausgegliches Ergebnis an. Ende 2003 gab es bei dem Unternehmen noch Querelen um angeblich gefälschte Bilanzen.

HB MÜNCHEN. Wegen noch nicht abschätzbarer Kosten für Personalmaßnahmen könne aber auch ein leichter Verlust anfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München anlässlich seiner Hauptversammlung mit. Die Erlöse dürften rund 95 Mill. € betragen, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr 120,1 Mill. € umgesetzt hatte. Vorstandschef Manfred Feilmeier wies darauf hin, dass die Ende 2003 anonym erhobenen Vorwürfe das operative Geschäft stark belastet hätten. „Obwohl wir diese sehr schnell und vollständig widerlegen konnten, war eine spürbare Zurückhaltung bei der Erteilung neuer oder der Erweiterung bestehender Aufträge festzustellen“, erklärte er. Dies habe auch 2004 noch nachgewirkt.

Bereits im ersten Quartal 2004 hatte FJH einen Umsatzrückgang um fast ein Drittel verbucht und einen Verlust von 3,2 Mill. € ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2003 hatte das für Versicherer und Finanzdienstleister tätige Beratungs- und Softwareunternehmen einen Gewinneinbruch auf 4,3 Mill. € verbucht, nachdem die Gerüchte um angebliche Bilanzfälschungen sowie eine entsprechende Strafanzeige zum Jahresende für massive Auftragsrückgänge gesorgt hatten. Die Staatsanwaltschaft entlastete die Gesellschaft aber nach mehrwöchigen Ermittlungen vollständig. Darüber hinaus drückten 2003 Probleme bei der Abwicklung von zwei Großprojekten das Ergebnis.

Bereits Anfang des Jahres seien umfangreiche Kostensenkungen eingeleitet worden, erklärte FJH weiter. Insgesamt sollten die Kosten im Jahr 2004 um rund neun Mill. € und 2005 um weitere rund acht Mill. € gesenkt werden. Die Marktentwicklung in den einzelnen Vertriebsregionen sind nach Angaben des Unternehmens derzeit uneinheitlich. Während die Märkte in der Schweiz und Osteuropa bereits deutlich anzögen, sei in Deutschland von einer weiter verhaltenen Entwicklung auszugehen. Die anhaltende politische Diskussion über die Behandlung von Lebensversicherungen und auch zur Krankenversicherung belasteten weiter deutlich das Investitionsverhalten von Versicherungsunternehmen.

Im osteuropäischen Markt sieht FJH gute Wachstumschancen. Dort seien die Versicherungsmärkte vielfach erst im Entstehen, so dass es Bedarf an Softwareausstattungen gebe. An der Börse gab die im TecDax notierte FJH-Aktie bis zum Nachmittag um 0,9 % auf 9,85 € nach, während der Gesamtmarkt um gut ein Prozent im Plus lag.

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