2003 kein Aktienrückkauf mehr
Shell plant keinen weiteren Aktienrückkauf

Der weltweit zweitgrößte Ölkonzern Royal Dutch/Shell Group hat im zweiten Quartal den Gewinn unerwartet stark gesteigert. An einen weiteren Aktienrückkauf denkt das Unternehmen derzeit nicht.

Reuters LONDON. Der Netto-Gewinn sei im Vierteljahr zum Vorjahr um 51 % auf 3,34 Mrd. Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 2,98 Mrd. Dollar gerechnet. Allerdings hatte der Netto-Gewinn im ersten Quartal mit dem Rekordwert von 3,9 Mrd. Dollar ein noch höheres Niveau erreicht.

Trotz des Gewinnanstiegs verharrte der Aktienkurs des britisch-niederländischen Konzerns bei rund 40 € in Amsterdam und 404 Pence in London, da Händler auf weitere Aktienrückkäufe gehofft hatten.

Shell ist der erste der drei weltgrößten Ölkonzerne, der Quartalszahlen vorlegt. Weltmarktführer Exxon Mobil und BP Plc als drittgrößter Ölkonzern folgen in der kommenden Woche. Die großen drei Ölkonzerne haben einige der höchsten Quartalsgewinne börsennotierter Unternehmen in der Geschichte erzielt - dank der hohen Ölpreise im Umfeld des Irak-Krieges und der Versorgungsengpässe in den Ölländern Nigeria und Venezuela.

Fondsmanager Colin Morton von BWD Rensburg sagte, die Entscheidung, keine Aktien zurückzukaufen, könne die Stimmung gegenüber Shell verschlechtern, doch sei das Papier weiterhin eine gute Anlage. „Das ist kurzfristig negativ, aber Shell hat immer noch eine gute Dividende von vier Prozent, und die Ölpreise bleiben oben“, sagte Morton, der in seinem Portfolio Shell und BP hat.

Nach Einschätzung von Shell hängt die Entwicklung der Ölpreise von der Reaktion der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf die wieder anlaufenden irakischen Exporte und von der weltwirtschaftlichen Lage ab. Andere Analysten spekulierten, dass die Entscheidung, keine Aktien zurückzukaufen, getroffen worden sei, um die Kriegskasse zu schonen. „Das Ausbleiben von Aktienrückkäufen wird die Gerüchte wieder aufleben lassen, dass Shell vielleicht vorhaben könnte, einen Zukauf zu tätigen“, sagte Paul Casson von SVM Asset Management.

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