A380 und A350-XWB
Airbus erhält Mega-Auftrag für Sorgenkinder

Bis zum Freitagmittag konnte Boeing noch triumphieren: Der US-Flugzeugbauer hatte auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough seinen Erzrivalen Airbus wertmäßig bei den eingegangenen Bestellungen überfügelt. Doch dann drehte sich das Blatt: Ein Kunde aus Asien orderte bei den Europäern Flugzeuge mit einem Listenpreis von 7,5 Mrd. Dollar.

HB SINGAPUR. Airbus-Stammkunde Singapore Airlines bestellt 9 weitere Großraumflieger Airbus A380 und 20 Langstreckenjets des gerade erst vorgestellten Typs A350-XWB. Die Fluggesellschaft gab am Freitag in Singapur die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung bekannt.

Airbus hatte die A350 nach massiver Kritik der Kunden überarbeitet und am Montag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough die neue Version mit dem Zusatz XWB vorgestellt. Sie hat einen breiteren Rumpf und bietet damit mehr Platz für Passagiere. Zudem erhält das Flugzeug neue Triebwerke, eine verbesserte Elektrik und soll durch andere Materialien leichter werden. Dadurch sollen die Betriebskosten sinken, was für die Fluggesellschaften bei den derzeitigen Kerosinkosten ein schlagendes Argument für Bestellungen ist. Bis dato hatte vor allem Boeing mit seinem Konkurrenzmodell 787 Dreamliner bei den Airlines punkten können. Die Maschine kommt einige Jahre früher auf den Markt.

Singapore Airlines ist einer der treuesten Kunden von Airbus. Die asiatische Fluggesellschaft erhält den ersten A380, der überhaupt ausgeliefert wird. Bis dato hatte sie insgesamt 10 der Flugzeuge bestellt; mit den neuesten Bestellungen verdoppelt sie ihre Flotte an den Riesenfliegern beinahe. Der A380 hatte in den vergangenen Wochen unrühmliche Schlagzeilen gemacht, weil er um Monate verzögert ausgeliefert wird und den ganzen Konzern in eine Krise stürzte.

Halbzeit-Bilanz

Zur Halbzeit der Schau in Farnborough am Donnerstag konnte Airbus 85 Bestellungen melden, Boeing kam auf 76. Allerdings übertrumpfte der amerikanische Flugzeughersteller die EADS-Tochter beim Wert der Bestellungen. Da die Boeing-Kunden vornehmlich größere Flugzeuge orderten, belief sich der Gesamtbestellwert auf rund 10 Mrd. Dollar; bei Airbus waren es rund 6,3 Mrd. Dollar gemessen am Katalogpreis. Airbus' Verkaufsschlager ist die A320-Familie, die aus Kurz- und Mittelstreckenfliegern besteht.

Airbus rechnet im laufenden Jahr mit mehr als 500 Bestellungen. Das sagte Verkaufschef John Leahy. Mit der Zahl liegt Leahy im Rahmen der langfristigen Prognose des Unternehmens. In seiner globalen Marktvorschau aus dem Jahr 2004 rechnet Airbus bis zum Jahr 2023 mit einer Steigerung des Luftverkehrsaufkommens um rund 5 Prozent jährlich und einem Bedarf von etwa 17 000 neuen Flugzeugen. Das entspricht etwa 850 bis 900 Flugzeugen pro Jahr. Airbus hatte in der Konkurrenz mit Boeing immer betont, rund die Hälfte des Marktanteils halten zu wollen.

Die Schau in Farnborough zählt neben den Luftfahrtmessen in Paris, Berlin und Singapur zu den wichtigsten Branchentreffs. Die Veranstalter erwarten mehr als 130 000 Fachbesucher. Die Messe läuft noch bis zum 23. Juli.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%