Abbau von Arbeitsplätzen
Seat greift hart durch

Die spanische Volkswagen-Tochter Seat begnügt sich nicht mehr nur mit Arbeitszeitverkürzungen, um die geringe Auslastung der Fabriken zu kompensieren. Sie baut im großen Stil Arbeitsplätze ab.

HB MADRID. Insgesamt sollten 1346 Arbeitsplätze in Spanien gestrichen werden, sagte eine Seat-Sprecherin am Freitag. Seat hatte nach Gewerkschaftsangaben bereits vergangene Woche mit einem Abbau von Arbeitsplätzen gedroht. Bei dem Autobauer arbeiten 16 000 Menschen.

Bei Seat tobt derzeit ein Arbeitskampf. Die Gewerkschaften hatten zu einem halbtägigen Warnstreik im Werk Martorell bei Barcelona aufgerufen, um gegen Arbeitszeitkürzungen und Lohnkürzungen zu protestieren.

Das Unternehmen reagiert mit den Maßnahmen auf Überkapazitäten. Für das Jahr 2006 geht Seat von 429 000 produzierten Fahrzeugen aus, 17 000 weniger als bisher geplant. Die Gewerkschaften lehnten bisher jedoch alle Vorschläge zu einer Reduzierung von Arbeitszeiten und Löhnen ab. Sie kündigten an, nach Alternativen zu suchen. Der Betriebsratsvorsitzende Matías Carnero forderte, die Marketing-Abteilung solle größere Anstrengungen unternehmen, damit „mehr Autos verkauft werden können“.

Seat als dritte große VW-Tochtermarke geht im Gegensatz zu den Geschwistern Audi und Skoda miserabel. Mit dem Flaggschiff Toledo, dem kompakten Leon und dem Minivan Altea hat der spanische Hersteller in den vergangenen Monaten die Hälfte seiner Modellpalette erneuert. Doch der Verkaufserfolg blieb aus. Im ersten Halbjahr 2005 hat Seat in Europa mehr als sechs Prozent weniger Autos als im Vorjahr abgesetzt.

Die Marke leidet, das geben selbst Konzernmanager zu, unter ihrem fehlenden Image. Seit Jahren versucht der VW-Konzern mit mäßigem Erfolg, Seat als Einstiegsmarke im sportlichen Segment für Audi aufzubauen. Doch selbst auf dem wichtigen Heimatmarkt Spanien gelingt das nur bedingt. In der vergangenen Woche kamen Spekulationen auf, die Marke solle umpositioniert werden - hin zu einem Kleinwagen-Hersteller wie Fiat. Sogar von einem Verkauf an Chinesen wurde zwischenzeitlich gemunkelt.

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