Abgas-Skandal
VW wirbt für Rückruf – trotz fehlender Genehmigungen

Wenn man Volkswagen Glauben schenken will, so können nun alle manipulierten Dieselautos in Deutschland umgerüstet werden. Doch laut Kraftfahrt-Bundesamt fehlen dem Autobauer noch Genehmigungen für 14.000 Fahrzeuge.
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WolfsburgVW wirbt bundesweit damit, dass jetzt alle manipulierten Dieselautos in Deutschland umgerüstet werden können - doch die Behörden haben dafür noch gar nicht alle Freigaben erteilt. Für 14 000 Wagen fehlen weiterhin die Genehmigungen für den Rückruf, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Darunter sind auch Autos in Deutschland.

Volkswagen hatte zuvor in großen Anzeigen in zahlreichen Tageszeitungen verkündet: „Jede der von uns entwickelten technischen Lösungen wurde vom KBA nach strengen Tests freigegeben.“ Und weiter: „Ab jetzt können wir jeden betroffenen Dieselmotor in Deutschland überarbeiten.“ Es gehe um „jeden einzelnen Kunden“.

Allein in Deutschland sind etwa 2,6 Millionen Fahrzeuge von den Abgasmanipulationen bei VW betroffen und müssen in die Werkstätten. Europaweit sind es 8,5 Millionen Wagen. Einem VW-Sprecher zufolge gibt es in Deutschland für „einige hundert“ Fahrzeuge noch keine Freigaben vom KBA. Es gehe dabei um Autos mit dem manipulierten EA189-Dieselmotor, die nach der Euro-6-Abgasnorm zugelassen sind. Alle Euro-5-Fahrzeuge seien dagegen freigegeben.

In Deutschland stünden unter anderem noch Freigaben für einige Autos des Modells „CC“ aus, erklärte der Firmensprecher. „Wir dürfen sicher davon ausgehen, dass die Freigabe der wenigen in Deutschland zugelassenen EU6-Fahrzeuge des gleichen Motortyps durch das Kraftfahrt-Bundesamt kurzfristig erfolgen wird.“

Danach sollen auch die Besitzer dieser Wagen in einem Schreiben gebeten werden, einen Termin mit ihrer Werkstatt zu vereinbaren. Europaweit sollen die Rückrufe bis zum Herbst des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Ursprünglich wollte VW die Aktion schneller anschieben. Bereits vor mehr als einem Jahr hatte der Konzern mitgeteilt, das KBA habe die Pläne des Konzerns „bestätigt“. Jetzt dauerte doch alles länger. Den Start der gesamten Rückrufserie hatte Ende Januar 2016 das Pick-up-Modell Amarok gemacht - dabei hatte anfangs noch keine offizielle schriftliche Genehmigung des KBA vorgelegen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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