Abgasskandal
VW erzielt Kompromiss über Audi-Modelle in USA

VW hat wohl auch eine Lösung für die Audi-Modelle, die in den USA vom Abgasskandal betroffen sind: Gut 20.000 ältere Autos werden zurückgenommen, rund 60.000 nachgebessert. Eine offizielle Bestätigung fehlt aber noch.
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Washington/MünchenNach monatelangen Verhandlungen hat Volkswagen in den USA eine weitere wichtige Hürde zur Überwindung der Abgasaffäre genommen. Der Konzern habe eine Einigung über die Reparatur und den Rückkauf von rund 80.000 Diesel-Fahrzeugen mit 3,0-Liter-Motoren der Tochter Audi erzielt, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Der Kompromiss mit den US-Behörden beinhalte das Angebot zum Rückkauf von etwa 20.000 älteren Fahrzeugen und die Nachbesserung von rund 60.000 Wagen. Über einen Schadenersatz für Fahrzeugbesitzer wegen überhöhter Emissionen werde noch mit den Anwälten verhandelt. VW hatte bereits vor Monaten in den USA eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erzielt.

Volkswagen lehnte einen Kommentar ab und verwies auf eine Auflage des Bezirksgerichts in San Francisco, sich in dem Fall nicht zu äußern.

Für Ende November ist eine Anhörung angesetzt. Richter Charles Breyer hatte unlängst erklärt, Audi habe bei den Verhandlungen mit den US-Behörden über eine Lösung für die insgesamt 85.000 betroffenen Fahrzeuge wesentliche Fortschritte gemacht. Er sei optimistisch, dass bis Anfang Dezember eine Einigung erzielt werden könne.

Die US-Umweltbehörde EPA gab keine Stellungnahme ab. Ein Audi-Sprecher in den USA sagte, das Unternehmen arbeite hart daran, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. „Wir machen große Fortschritte in unseren Bemühungen, eine genehmigungsfähige Lösung zu finden.“ Zu Details wollte er sich nicht äußern. Als erste hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Kompromiss berichtet.

Audi ist im VW-Konzern für die Entwicklung von großen Motoren mit drei Litern Hubraum zuständig. Der Sechszylinder-Dieselmotor aus Ingolstadt kommt außer in großen Limousinen und Geländewagen von Audi auch in großen Modellen von Porsche und VW zum Einsatz. Den Insidern zufolge soll bei den betroffenen 60.000 neueren Limousinen und Geländewagen die Software aktualisiert werden. Für die etwa 20.000 älteren Fahrzeuge werde eine separate, kompliziertere Lösung erwartet. Die Gespräche mit Anwälten von Besitzern der Wagen über eine Entschädigung für überhöhte Emissionswerte dauern demnach noch an. Bis Ende November, wenn der nächste Gerichtstermin in den USA ansteht, soll eine Lösung gefunden werden.

Durchbruch vor der Aufsichtsratssitzung

Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben, um die Abgaswerte zu manipulieren. Volkswagen hatte mit den US-Behörden und Zivilklägern bereits eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erreicht, die den Konzern bis zu 16,5 Milliarden Dollar kosten kann. Weltweit sind von dem Abgasskandal, der vor gut einem Jahr in den USA aufgeflogen ist, rund elf Millionen Dieselfahrzeuge betroffen.

Ein Kompromiss auch bei den 3,0-Liter-Motoren in den USA würde zudem enormen Druck von Audi-Chef Rupert Stadler nehmen. Der Manager war zuletzt wegen neuer Vorwürfe intern wieder stärker in die Kritik geraten. Die US-Umweltbehörde EPA leitete Medienberichten zufolge nach der Entdeckung einer neuen Schummelsoftware ein Verfahren gegen Audi ein. Geprüft wird Insidern zufolge, ob es sich bei der Software um eine illegale Abschalteinrichtung bei Benzinmotoren handelt. Zudem sollte Stadler Insidern zufolge ein weiteres Mal von den Ermittlern der US-Anwaltskanzlei Jones Day befragt werden, die VW mit der Aufarbeitung der Dieselaffäre beauftragt hat.

Der Durchbruch bei den Sechszylinder-Motoren kommt zudem rechtzeitig vor der Aufsichtsratssitzung von Volkswagen an diesem Freitag, auf der die Budgetplanung für die nächsten Jahre beschlossen werden soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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