Abgeordneter vermutet illegale Transaktionen
Moskau prüft Handel mit Gazprom-Aktien

Das russische Innenministerium wird den Handel mit Aktien des weltgrößten Erdgasproduzenten Gazprom untersuchen lassen. Anlass ist der Vorwurf eines Mitglieds des russischen Parlaments, demzufolge Ausländer illegal Aktien des Konzerns erstanden haben sollen.

HB BLOOMBERG/pk MOSKAU. „Es wird eine Routineuntersuchung geben“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums: „Es ist aber noch zu früh, über mögliche Ergebnisse zu sprechen.“

Die Gazprom-Aktie hatte am Mittwoch nach Berichten über die Vorwürfe mit 13 Prozent den größten Kurseinbruch seit vier Jahren verzeichnet. Die Investoren befürchten, dass die Regierung hart gegen die Finanzkonstrukte durchgreifen wird, die es einigen ausländischen Investoren ermöglichen, Aktien von Gazprom zu halten.

Namentlich die Moskauer Investmentbank UFG wird von dem Abgeordneten Juri Saweljew, stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, verdächtigt. UFG, die zu 40 Prozent der Deutschen Bank gehört, ist ein Pionier im Graumarkt mit Gazprom-Aktien. Damit schädige die Bank die russische Staatssicherheit, argumentiert der Duma-Abgeordnete. Gazprom sei von strategischem Interesse für die russische Wirtschaft.

UFG weist die Vorwürfe zurück. Man wolle aber bei der Aufklärung der Vorgänge voll und ganz mit den Behörden zusammen arbeiten, sagte eine Sprecherin der Bank. Beim Gaskonzern war eine Stellungnahme nicht zu erhalten.

Nach einem Dekret des russischen Präsidenten von 1997 ist es Ausländern untersagt, in Russland Gazprom-Aktien zu erwerben. Sie dürfen lediglich amerikanischen Aktienzertifikate kaufen. Diese bewerten Gazprom etwa zwei Drittel höher als es dem Marktwert in russischen Aktien entspricht.

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