Abgesenkte Jahrsprognose bestätigt
Australische Tochter belastet Hochtief-Betriebsergebnis

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief hat im ersten Halbjahr 2004 wegen der schwachen Entwicklung seiner australischen Tochter Leighton ein deutlich niedrigeres Betriebsergebnis als im Vorjahreszeitraum verbucht.

HB ESSEN. Das betriebliche Ergebnis habe in den ersten sechs Monaten mit 82,7 Mill. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 119,6 Mill. € gelegen, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Der Rückgang sei in erster Linie auf die Risikovorsorge für Projekte der Leighton-Gruppe im ersten und zweiten Quartal des Berichtsjahres zurückzuführen. Das Ergebnis vor Steuern habe sich allerdings um 15,8 % auf 81,5 Mill. € verbessert.

Grund sei insbesondere die operative Verbesserung des Unternehmensbereichs Europe, dessen Kernaktivität das deutsche Baugeschäft ist. Das Nettoergebnis sei auf 18,0 (Vorjahr: -7,4) Mill. € gestiegen. Hochtief wies darauf hin, dass Betriebsergebnis, Ergebnis vor Steuern, Nettoergebnis und Ergebnis je Aktie durch eine Bewertungsänderung beeinflusst seien. Rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahres mache Hochtief von der Möglichkeit Gebrauch, Geschäfts- und Firmenwerte (Goodwill) nicht länger ergebnismindernd planmäßig abzuschreiben. Der Gesamteffekt dieser Änderung werde sich im Gesamtjahr 2004 voraussichtlich auf 27 Mill. € belaufen.

Die Konzernleistung betrug den Angaben zufolge 6,0 Mrd. € und stieg damit um acht Prozent. Der Auftragseingang habe bei bei 6,91 Mrd. € gelegen und damit 3,5 % über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand habe zum Abschluss des zweiten Quartals 17,42 Mrd. € betragen, ein Plus von mehr als 15 %. Hochtief bestätigte zudem seine vor gut zwei Wochen abgesenkte Jahresprognose für 2004, die die Essener wegen der Probleme bei Leighton drastisch zurückgenommen hatten. Demnach wird das Ergebnis vor Steuern im laufenden Jahr voraussichtlich zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, der Nettogewinn dürfte leicht über dem Vorjahr ausfallen.

Zuvor hatte Hochtief eine Steigerung beim Vorsteuerergebnis im oberen einstelligen Prozentbereich erwartet und beim Nettogewinn mit einem Plus im oberen zweistelligen Prozentbereich gerechnet. Leighton musste nach früheren Unternehmensangaben wegen erheblicher Probleme beim Umbau des Bahnhofs in Melbourne eine hohe Risikovorsorge treffen.

Dennoch blicke Hochtief zuversichtlich in die Zukunft, hieß es. Anlass dazu gäben der positive Geschäftsverlauf im deutschen und europäischen Baugeschäft, die insgesamt sehr gute Auftragslage im Konzern, der erfolgreiche Ausbau der Gebäudemanagement-Sparte und Leightons Anhebung ihrer Ertragsprognose für das neue Geschäftsjahr 2004/05.

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