Ablauf nach Regeln des Marktes
Putin: Es ging alles mit rechten Dingen zu

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag erneut den Verkauf der Fördertochter Yuganskneftegaz des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos verteidigt. Dieser habe den Regeln des Marktes entsprochen.

HB MOSKAU. Durch die Verstaatlichung von Teilen der Ölindustrie verteidige der Staat seine Interessen, sagte Putin am Donnerstag vor der Presse in Moskau. Er wolle damit einige der unfairen und illegalen Privatisierungen des vorigen Jahrzehnts rückgängig machen. „Rosneft, die de facto zu 100 % dem Staat gehört, hat Yuganskneftegaz gekauft. Ich denke, alles wurde nach den Methoden des Marktes getan“, sagte er. „Ich habe in dieser Woche in Deutschland gesagt, dass staatliche Firmen das Recht haben, dies zu tun und diese haben sich dafür entschieden, ihr Recht auszuüben“.

Jeder wisse sehr gut, wie die Privatisierung Anfang der 90er Jahre verlaufen sei, sagte der russische Präsident. Durch verschiedene Tricks, einschließlich Gesetzesverstößen und Gewalt, sei milliardenschweres Staatseigentum übernommen worden. „Heute nutzt der Staat absolut legale und Marktmechanismen, um seine Interessen zu vertreten“, sagte Putin.

Der staatliche Ölkonzern Rosneft hatte am Mittwoch eingeräumt, 100 % der Anteile an der Baikal-Finanzgruppe übernommen zu haben. Baikal hatte bei der Zwangsauktion am Sonntag überraschend den Zuschlag für Yuganskneftegaz erhalten. Schon seit längerem ist eine Fusion von Rosneft und Gazprom geplant. Damit würde der russische Gasmonopolist Gazprom doch, wie von Analysten schon nach der Versteigerung vermutet, in den Besitz der Kernsparte von Yukos gelangen. An Gazprom ist der deutsche Energiekonzern E.ON mit 6,5 % beteiligt.

Beobachter werteten das Vorgehen als Versuch der Regierung in Moskau, die politischen Ambitionen des mittlerweile inhaftierten früheren Yukos-Chefs Michail Chodorkowski zu untergraben.

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