Absatz im März
Autokonzerne schöpfen Hoffnung

Nach langer Durststrecke kommt bei Daimler und BMW langsam wieder Hoffnung auf. Der weltweite Absatzrückgang habe sich im März verlangsamt, vermeldeten sowohl die Stuttgarter als auch die Konkurrenten aus München.

STUTTGART. Daimler lieferte im vergangenen Monat weltweit 110 400 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Smart, und Maybach aus. Das waren zwar 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Februar hatte der Absatzrückgang bei den Pkw allerdings noch bei 25 Prozent gelegen.

BMW lag im März mit 126 375 ausgelieferten Autos 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau, hatte im Vormonat aber ebenfalls einen Absatzrückgang von einem Viertel zu verkraften. Auf dem deutschen Markt verkauften die Bayern mit 55 800 Fahrzeugen 13 Prozent weniger Autos. Mercedes meldet sogar nur einen Rückgang um acht Prozent auf 29 400 Autos.

„Es ist aber noch zu früh, von einer weltweiten Trendwende zu sprechen“, erklärte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. „Insgesamt ist es eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Es gibt zumindest Anlass zur Hoffnung, dass der Abwärtstrend langsam einen Boden findet“, sagte Autoanalyst Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg. Ein Rückgang im März um 25 Prozent wäre ein sehr schlechtes Zeichen gewesen.

Die eher zurückhaltende Reaktion von Branchenbeobachtern auf die neuen Zahlen hat noch einen Grund: Die Hersteller sitzen auf riesigen Halden von Fahrzeugen und unternehmen massive Anstrengungen, die Luxusautos mitten in der Autokrise vom Hof zu bekommen.

Daimler soll bei Jahreswechsel 100 000 Autos zu viel produziert haben. Diesen Berg wollen die Stuttgarter bis zur Jahresmitte abgebaut haben. Damit dies gelingt, flankiert Daimler seinen Vertrieb mit Sondermaßnahmen. Firmenwagen und Jahreswagen werden schneller als sonst an den Markt gegeben, um von der Abwrackprämie zu profitieren. Seit Monatsbeginn bietet die Mercedes-Benz Bank zudem einen Nachlass auf die Versicherungsprämie für alle Neu- und Jahreswagen.

Experten sprechen zudem von Rabatten von bis zu 30 Prozent auf Neuwagen. Nach Angaben des ADAC können Auto-Käufer momentan bis zu 28,2 Prozent sparen, dies habe eine Umfrage bei den Herstellern ergeben. Durchschnittlich liege der Preisnachlass bei 12,7 Prozent.

Vorerst stimmen Daimler und BMW aber in erster Linie die Auftragseingänge in Deutschland optimistisch. Der Vertriebschef von Mercedes-Benz Cars, Klaus Meier, verwies etwa auf die neue E-Klasse. Die Bestellungen für die Limousine hätten sich im ersten Quartal im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. „Insgesamt lagen uns bis zur Markteinführung der neuen E-Klasse Ende März bereits rund 50 000 Bestellungen vor.“ Auch die Order für die A- und B-Klasse im Kompaktwagensegment sind deutlich gestiegen.

Bei BMW stützte in Deutschland das neue Mini Cabrio die Geschäfte. In den USA setzt der Autobauer große Hoffnungen in die fünfte Generation des 7er-BMW. Die VW-Tochter Audi hatte in dieser Woche ebenfalls mitgeteilt, dass sich der weltweite Absatzrückgang verlangsamt habe. Auch für Porsche zahlen sich die neuen Modelle aus: Die Nachfrage in Deutschland steige, teilte das Unternehmen mit. Allein im März habe Porsche rund 1 400 Aufträge erhalten, 57 Prozent mehr als im Februar und nur 100 Bestellungen weniger als im bisher besten Monat März vor drei Jahren.

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