Absatzkrise bringt hohe Millionenverluste
Ford streicht 1 700 Arbeitsplätze

Der defizitäre Automobilhersteller Ford will in Deutschland mindestens 1 700 seiner insgesamt rund 28 000 Stellen abbauen. Damit soll nach Konzernangaben jährlich eine dreistellige Millionensumme eingespart werden. Die Hauptlast des Abbaus wird der Standort Köln tragen.

hof FRANKFURT. Wie der Vorstandsvorsitzende der Ford- Werke AG, Bernhard Mattes, gestern auf einer Betriebsversammlung sagte, rechne das Unternehmen damit, den Arbeitsplatzabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen zu erreichen. Älteren Arbeitern und Angestellten soll ein Pensionierungs- und Abfindungsangebot unterbreitet werden. Die Annahme sei freiwillig. Um die Zahl von 1 700 zu erreichen, gelte das Angebot für Beschäftigte etwa ab 55 Jahren, hieß es in Köln. Das Unternehmen wollte dies nicht bestätigen.

Hintergrund der Maßnahme ist, dass der Absatz von Ford deutlich schlechter läuft als erwartet. Die Verluste des Unternehmens in Europa betrugen im ersten Halbjahr gut 700 Mill. Euro – trotz einer Produktoffensive und Kosteneinsparungen im Milliardenbereich. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres hat Ford in Europa mit gut 855 000 Autos 3,5 % weniger verkauft als im Vorjahr. Geplant war hingegen ein deutliches Plus, nachdem in den vergangenen drei Jahren 37 neue Modellvarianten auf den Markt gekommen waren. Dennoch ging der Ford-Absatz deutlicher zurück als der Gesamtmarkt.

Von den gut 1 700 Stellen, die in Deutschland abgebaut werden sollen, entfallen nur wenige auf den Standort Saarlouis. Dort startete kürzlich die Produktion des neuen Vans Focus C-Max. Rund 1 000 Arbeiter und etwa 700 Angestellte sollen in Köln von den Lohn- und Gehaltslisten verschwinden. Dort werden die Kleinwagen Fiesta und Fusion gefertigt. Ob es auch an den anderen europäischen Standorten zu Personalabbau kommen wird, wollte ein Konzernsprecher gestern nicht sagen.

Quelle: Handelsblatt

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