Absatzzahlen
Dämpfer für deutsche Autobauer im Inland

Die deutschen Autobauer durchleben in diesem Frühjahr ein Wechselbad der Gefühle. Während fast alle von ihnen im März auf dem umkämpften US-Markt mehr Wagen verkauften und ihren Marktanteil erhöhten, brachen die Neuzulassungen auf dem gebeutelten Pkw-Markt in Deutschland wieder ein.

HB HAMBURG/DETROIT. Im vergangenen Monat seien 14,4 Prozent Fahrzeuge weniger zugelassen worden als vor Jahresfrist, teilte das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mit. Als Grund für den starken Rückgang führte der Branchenverband VDA an, dass der März wegen Ostern drei Arbeitstage weniger als 2006 hatte.

In den ersten drei Monaten 2008 ist die Nachfrage der Verbraucher in Deutschland nach neuen Wagen allerdings um knapp drei Prozent auf 736 000 Neuzulassungen gestiegen, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Frankfurt. Im Vorjahresquartal hatte die Mehrwertsteuererhöhung für einen Absatzeinbruch gesorgt, dadurch war der Vergleichswert besonders niedrig. Gegenüber dem besser vergleichbaren ersten Quartal 2006 gab es ein Minus von mehr als 9 Prozent.

Die Autoindustrie hält an ihrer Prognose für 2008 fest und erwartet weiterhin einen leichten Anstieg der Neuzulassungen von 3,15 auf 3,2 Millionen Wagen. Im Januar und Februar hatte der Absatz noch deutlich an Schwung gewonnen und war um 17 Prozent gestiegen, so dass der Verband vom "besten Start in ein neues Jahr seit 2003" gesprochen hatte.

In den USA musste einzig Porsche Federn lassen. Der Absatz der Stuttgarter verringerte sich auf Grundlage der bereinigten Zahlen um 19 Prozent, weil weniger 911- und Boxster-Sportwagen verkauft wurden. Dagegen war der Geländewagen Cayenne bei der betuchten Kundschaft weiter gefragt.

Alle anderen deutschen Autobauer legten auf dem rückläufigen Markt zu. VW schaffte ein Verkaufsplus von 21,5 Prozent, so viel wie lange nicht mehr. Die Konzernschwester Audi legte um 7,2 Prozent zu. "Da merkt man, dass die USA Zielregion für VW sind", sagte Autoanalyst Georg Stürzer von Unicredit. Volkswagen hatte in der Vergangenheit wegen einer verfehlten Modellpolitik in Amerika Verluste gemacht und bietet die Modelle nun mit weniger technischen Finessen als in Europa an und damit günstiger.

Mercedes und BMW verkauften ebenfalls mehr von ihren Karossen, allerdings waren die Zuwächse mit 3,7 und 1,8 Prozent weniger imposant. Stürzer wies darauf hin, dass die deutschen Premiumhersteller wegen des Dollarverfalls weniger Fahrzeuge nach Nordamerika und mehr in die Wachstumsmärkte China und Russland liefern, wo sie mehr Gewinn abwerfen. Bei Exporten aus europäischer Produktion fallen wegen des hohen Euro-Kurses Währungsverluste an, gegen die sich die Hersteller mit teuren Kurssicherungsgeschäften absichern müssen.

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