Abschluss einer Betriebsvereinbarung steht kurz bevor
Siemens VDO hält an Würzbuger Werk fest

Für die Beschäftigten des Siemens-VDO-Werks in Würzburg kommt es nicht so dick, wie zuerst befürchtet. Der Autozulieferer, der einen Teil der Fertigung nach Tschechien verlagern will, hat den grundsätzlichen Erhalt des deutschen Standorts zugesagt. Es werden aber Stellen gestrichen.

HB MÜNCHEN. In den nächsten Jahren sollten 60 Millionen Euro in die Entwicklung und Fertigungsanlagen für innovative Produkte in Würzburg investiert werden, sagte ein Siemens-Sprecher am Freitag in München. Betriebsrat und Geschäftsleitung hätten sich auf Eckpunkte verständigt, die zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, Flexibilisierungen der Arbeitszeit und Kostensenkungen vorsähen. Das Konzept zur Sicherung und Entwicklung des Standortes solle bis 30. Juni 2010 laufen. Eine Verringerung der Mitarbeiterzahl soll gemäß der Grundsatzvereinbarung ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Die Verständigung auf eine endgültige Betriebsvereinbarung stehe aber noch aus.

Siemens plant den Aufbau eines Werkes in Ostrava in Tschechien, um dort ausgereifte Produkte wie etwa elektrische Motoren für Autofenster oder Scheibenwischer zu produzieren. Das VDO-Geschäftsfeld elektrische Antriebe hat seinen Hauptsitz in Würzburg, wo bisher rund 1600 Menschen beschäftigt sind. In Würzburg will Siemens künftig nach den Angaben vor allem innovative Produkte fertigen. So sollten von dort die entscheidenden Komponenten für Zukunftstechnologien wie die elektrische Lenkung oder die elektromechanische Feststellbremse für Autos kommen, hieß es.

Eine endgültige Betriebsvereinbarung müsse noch vereinbart werden, sagte der Siemens-Sprecher weiter. Wie viele Stellen am Ende in Würzburg erhalten bleiben, blieb offen. „Wir wollen versuchen, den Volumenrückgang bei Standardkomponenten in Würzburg mit der Entwicklung und Fertigung von innovativen Produkten aufzufangen“, sagte der Sprecher. Die IG Metall hatte noch vor einigen Wochen befürchtet, dass nur 350 Stellen in Forschung und Entwicklung erhalten bleiben könnten.

Siemens als der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland hatte im vergangenen Jahr mit Verhandlungen über Flexibilisierungen in einigen Werken eine Debatte über längere Arbeitszeiten im Inland losgetreten. In einigen Werken war die wöchentliche Arbeitszeit gegen Zugeständnisse bei den Arbeitsplätzen auf 40 Stunden ausgedehnt worden.

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