Absolut Vodka
Vin & Sprit wird privatisiert

Absolut Vodka gilt als Perle in der großen weiten Welt des Hochprozentigen und ist das wichtigste Produkt des staatlichen schwedischen Alkoholkonzerns Vin & Sprit. Jetzt hat die Regierung in Stockholm die Privatisierung des Unternehmens angekündigt. Die großen Spirituosenkonzerne stehen Schlange, um beim Verkauf ein Schlückchen abzubekommen.

STOCKHOLM. Die Sektgläser sind schon auf Hochglanz geputzt, der edle Tropfen bereits kalt gestellt. Der Grund für die gute Stimmung in einigen Chefetagen der größten Spirituosenhersteller der Welt ist die von der bürgerlichen schwedischen Regierung in Stockholm angekündigte Privatisierung von Vin & Sprit (V & S). In der großen weiten Welt des Hochprozentigen gibt es nur wenige Marken, die als absolutes Juwel bezeichnet werden können. Absolut Vodka gehört dazu und ist das Aushängeschild von V & S.

Der Staatskonzern V & S führt zwar unter dem eigenen Namen ein Schattendasein, stellt aber mit seiner Marke Absolut den zweitmeistverkauften Wodka der Welt her. Nur Smirnoff vom Branchenprimus Diageo ist größer, doch die Schweden verkürzen den Abstand ständig. Da es in Schweden ein Alkoholverkaufsmonopol des Staates gibt, tritt der Staatskonzern V & S gleichzeitig als weltweit größter Wein-Aufkäufer auf. Mehrfach im Jahr reisen die V & S-Experten in die großen Weinanbaugebiete und ordern nicht ein paar Kartons, sondern den Jahresbedarf für ein ganzes Land. So kann V & S die Preise dermaßen kräftig drücken, dass Wein selbst im Hochsteuerland Schweden kaum teurer als in Deutschland ist.

Schon kurz nach den Parlamentswahlen im vergangenen Herbst kündigte die neue bürgerliche Regierungskoalition in Schweden an, sechs staatliche Unternehmen und Beteiligungen in der laufenden Legislaturperiode zu privatisieren. Neben V & S gehören dazu die Bank Nordea, der Börsenbetreiber OMX, das Hypothekeninstitut SBAB, der Immobilienkonzern Vasakronan und der Telekom-Riese Telia Sonera. Ein genaues Datum für den Ausverkauf gibt es noch nicht, doch nachdem der Staat vor zwei Monaten die ersten acht Prozent seiner Telia-Sonera-Beteiligung über eine Auktion an Fonds abstieß, gehen Experten davon aus, dass V & S noch in diesem Jahr veräußert wird.

Insgesamt rechnet die Regierung mit Einnahmen von umgerechnet etwa 20 Mrd. Euro in dieser Legislaturperiode. Der Wert von V & S wird auf bis zu fünf Mrd. Euro geschätzt. Der für die Privatisierung zuständige Finanzminister Mats Odell hat die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, die unterschiedlichen Alternativen des staatlichen Ausstiegs aus dem Alkohol-Riesen zu untersuchen. „Noch gibt es keine eindeutige Strategie“, sagt Odells Sprecherin. Doch Jonas Iversen, in Odells Ministerium für die staatlichen Beteiligungen verantwortlich, skizziert die mögliche Vorgehensweise: Die Sparten könnten getrennt verkauft werden.

„Vin & Spirit hat mit Absolut eine international starke Position“, sagte er. Daneben gebe es eine starke Vertriebssparte für Wein und die Sparte für destillierte Produkte. Tatsächlich ist V & S in Polen, Estland und Deutschland die Nummer eins oder zwei im Vertrieb. In Deutschland gehört der Malteserkreuz Aquavit, in Dänemark der Aalborgs Jubileums Akvavit und Gammel Dansk zu den Highlights der Schweden. Analysten in Stockholm rechnen bei einer Teilung mit einem höheren Preis.

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