ACS-Übernahme
Hochtief kämpft weiter um australische Giftpille

Hochtief musste im Kampf gegen eine Übernahme von ACS einen herben Rückschlag einstecken: Australiens Börsenaufsicht hat entschieden, dass ein Übernahme-Angebot für die australische Hochtief-Tochter Leighton nicht unbedingt erforderlich sei. Aber damit will sich Hochtief nicht abfinden.
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HB DÜSSELDORF. Hochtief hat im Abwehrkampf gegen den spanischen Bauriesen ACS nicht die erhoffte Schützenhilfe der australischen Börsenaufsicht erhalten. Nun will sich Deutschlands größter Baukonzern an eine weitere Instanz in Australien wenden - das „Takeovers Panel“, ein Gremium zur Kontrolle von Übernahmen, wie Hochtief am Mittwoch mitteilte. Die Essener wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, dass ACS sie schluckt - und wollen die Kosten für die Spanier mit Hilfe der australischen Behörden in nicht bezahlbare Höhen treiben.

Deshalb hatte Hochtief Anfang Oktober bei der australischen Wertpapieraufsicht ASIC beantragt, ACS zu zwingen, auch ein Übernahmeangebot für die australische Hochtief-Tochter Leighton zu unterbreiten. Die ASIC traf darüber indes keine Entscheidung, sondern verwies auf das Takeovers Panel.

Hochtief hält 54,5 Prozent an Leighton. Die restlichen Aktien der Australier haben einen Marktwert von knapp vier Mrd. Euro. Damit ist Leighton an der Börse doppelt so viel Wert wie die deutsche Mutter.

Ein Hochtief-Sprecher sagte, die Hochtief-Gremien befassten sich in Kürze mit einem Antrag an das Takeovers Panel. Das Panel fälle in der Regel zwei bis drei Wochen nach Eingang eines Antrags seine Entscheidungen. Die Instanz besteht aus mehr als 50 nebenberuflich tätigen Mitgliedern, unter anderem Anwälte, Investmentbanker und Firmenlenker.

ACS hält bereits knapp 30 Prozent an Hochtief und will sich nun die Mehrheit sichern. Der Konzern teilte in Deutschland mit, er gebe sein Angebot für Hochtief wie geplant ab. ACS gehe davon aus, dass die Annahmefrist Ende November beginne. „Nach dem erfolgreichen Abschluss des Angebots wird ACS Hochtief darin unterstützen, ihre 27-jährige Erfolgsgeschichte mit Leighton auch künftig fortzusetzen“, hieß es.

Der ACS-Konzern, der vom Chef des Fußballclubs Real Madrid, Florentino Perez, beherrscht wird, bietet acht eigene Anteilsscheine für jeweils fünf Hochtief-Aktien. Das Angebot beinhaltet keinen Aufschlag für die Hochtief-Anteilseigner. Da ACS eine ausreichende Zahl eigener Papiere für den Aktientausch benötigt, bereitet das Management derzeit eine Kapitalerhöhung vor.

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