Adidas-Rivale
Nike will Umbro verkaufen

Der britische Sportartikelhersteller Umbro steht vor dem Verkauf, teilt Mutterkonzern Nike mit. Erst kürzlich hatten die US-Amerikaner den Briten ein wichtiges Sponsoring weggeschnappt.
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BeavertonZurück zu den Wurzeln: Nike trennt sich von Fußballspezialist Umbro und Schuhhersteller Cole Haan. Der weltweit größte Sportartikelproduzent konzentriert sich damit auf seine Kernmarke Nike. Mit dem Verkauf besitzt das US-Unternehmen nur noch die Bekleidungs- und Surfmarke Hurley, die Basketballmarke Jordan und die Lifestyle-Marke Converse als Töchter. „Wir bündeln unsere Ressourcen auf die besten Wachstumschancen für Nike“, sagte Mark Parker, Vorstandschef von Nike in einer Pressemitteilung. Offenbar haben Cole Haan und Umbro nicht die „spezielle Kundenbeziehung“, wie es Parker schreibt, die Converse, Jordan oder Hurley noch haben.

Der Verkauf soll bis Mai 2013 abgeschlossen sein, wenn das Geschäftsjahr von Nike endet. Einen Kaufpreis nannte Nike nicht. Es gibt auch noch keinen Käufer, die Ankündigung soll Interessenten anlocken. Beide Marken verzeichneten laut Nike im jüngsten Quartal Umsatzzuwächse bei fallenden Gewinnmargen. In der einer Telefonkonferenz im März mit Analysten lobte Finanzvorstand Donald Blair das „unglaubliche Wachstum und Potenzial“ von Converse und das „robuste Wachstum“ der Marke Nike – aber sagte kein Wort zu Cole Haan und Umbro. 

Nike steht derzeit gut da. Im März lieferte das Unternehmen solide Zahlen für das dritte Geschäftsquartal ab. Trotz der weltweit steigenden konjunkturellen Unsicherheit konnte Nike die Gewinne steigern und ein robustes Wachstum bei Schuhen und Sportbekleidung in den meisten Märkten vermelden. Obwohl Nike derzeit eine Spitzenstellung innehat, fürchten die US-Amerikaner aber nachlassende Margen. Höhere Rohstoffkosten etwa für Baumwolle, Plastik und Öl könnten die Bilanz belasten. Die meisten Verkäufe erzielt Nike mit seiner Stammmarke.

Umbro dagegen hat die Erwartungen enttäuscht. Die alteingesessene Marke aus Manchester sollte das Fußball-Profil der Amerikaner schärfen. Die Briten waren eine der ersten Firmen für Fußballausrüstung und stellt bereits seit 1924 Fußballschuhe und Zubehör her. Nike erwarb das Unternehmen erst vor vier Jahren für 582 Millionen Dollar. Vor wenigen Wochen hatte der US-Konzern angekündigt, Umbro ab 2013 als Trikothersteller des frischgebackenen englischen Meisters Manchester City abzulösen.

Cole Haan erwarb der Konzern mit Sitz in Portland im US-Bundesstaat Oregon 1988 für 95 Millionen Dollar. Die 1928 gegründete Traditionsfirma stellte ursprünglich nur Männerschuhe her, weitete aber in den siebziger Jahren sein Angebot auf Frauenschuhe, Handtaschen und Sonnenbrillen aus. Die Marke besitzt acht Flagship-Geschäfte, sieben davon in Amerika und einen Hauptladen in Tokio.

Nike wächst derzeit stark, allein im jüngsten Quartal stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Allerdings kämpft das Unternehmen wie die gesamte Branche mit steigenden Kosten für Material und Transport. Kürzlich brachte der Sportriese zwei neue Untermarken von Nike auf den Markt: Die Fitnesssoftware Nike + und die leichte Sportbekleidung FlyKnit. Von letzterer schwärmte Parker in der Analystentelefonkonferenz besonders: „Sie hat das Potenzial, alles zu verändern“. Die „radikal neuen Konzepte“ würden „ungeheuerliche Möglichkeiten“ eröffnen, so Parker. Anscheinend scheint das für Cole Haan und Umbro nicht mehr der Fall zu sein.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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