Ärger für Boeing
Dreamliner-Verzögerungen: Airlines fordern Entschädigung

Die neuen Verzögerungen bei seinem neuen Hoffnungsträger 787 Dreamliner könnten Boeing teuer zu stehen kommen. Die Kunden reagieren verärgert und wollen die Pannen nicht einfach so hinnehmen.

HB NEW YORK. Eine ganze Reihe von Fluggesellschaften forderte am Donnerstag Entschädigungen von dem Airbus -Konkurrenten - etwa die beiden großen japanischen Airlines sowie Air New Zealand und Air India.

Boeing musste am Mittwoch wegen Zulieferproblemen Erstflug und Auslieferungen zum dritten Mal verschieben. Damit liegt das hauptsächlich aus neuen Faserverbundstoffen bestehende Flugzeug nun 15 Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Abheben soll die Maschine nun im vierten Quartal, die Auslieferungen sollen erst im dritten Quartal 2009 starten.

Ursprünglich hatte Boeing geplant, den ersten 787 Dreamliner im Mai 2008 an den Erstkunden All Nippon Airways zu übergeben. Insgesamt haben 50 Fluggesellschaften 892 der neuen Maschinen mit einem Gesamtwert von 145 Mrd. Dollar zu Listenpreis bestellt. Von den beiden großen deutschen Fluggesellschaften hat nur Air Berlin 25 Boeing 787 bestellt und eine Option auf weitere 25 Maschinen vereinbart.

Die Airline erwartet in den nächsten Tagen mehr Informationen vom Flugzeugbauer Boeing über Lieferverzögerungen bei dessen Prestigeprojekt. „Wir werden in den nächsten Tagen informiert, inwieweit sich die Auslieferung verzögert“, sagte eine Firmensprecherin am Donnerstag. Zu möglichen Entschädigungsforderungen wollte sie sich nicht äußern.

Neben Air Berlin hat in Deutschland auch Tui elf Dreamliner bestellt, die ab 2011 zum Einsatz kommen sollen.

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