Ärger mit EU-Kommission
Neue Hürden für Fusion Suez-GDF

Die geplante Fusion der beiden französischen Versorger Suez und Gaz de France (GDF) stößt auf neue Widerstände. Der EU-Kommission reichen die Zugeständnisse der Konzerne nicht aus, um das Vorhaben zu genehmigen. Darüber hinaus sorgt der französische Geschäftsmann François Pinault für Wirbel.

PARIS. Der Verwaltungsrat von GDF befasste sich am gestrigen Donnerstag mit den neuen Vorbehalten. Die EU-Kommission verlange mehr Zugeständnisse auf dem belgischen Gasmarkt, teilte GDF nach dem Treffen mit. Der Fusionsprozess werde aber fortgesetzt. Aus Konzernkreisen hieß es, die Kommission verlange, dass Suez seine belgische Gasvertriebstochter Distrigaz verkauft. Die Prüffrist wurde am Donnerstag bis zum 24. November 2006 verlängert.

Darüber hinaus sorgt der französische Geschäftsmann François Pinault für Wirbel: Der Großaktionär des Luxuskonzerns PPR wollte gemeinsam mit dem italienischen Stromkonzern Enel Suez feindlich übernehmen, um für 18 Mrd. Euro die Umweltsparte aus Suez herauszulösen. Einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Les Echos“ bestätigte Enel am Donnerstag. Diese Allianz habe aber für eine Übernahme von Suez „heute keine Aktualität mehr“. Der Kurs der Suez-Aktie legte trotzdem als Folge des Berichts stark zu und erreichte ein Fünfjahreshoch. Angesichts der politischen Risiken glauben die Analysten der Dresdner Kleinwort nicht an dieses Szenario.

Mit der Fusion von Suez und GDF soll Europas zweitgrößter Versorger entstehen. Das Vorhaben schien auf gutem Wege zu sein: Vor kurzem stimmte das französische Parlament der Privatisierung von GDF zu und räumte damit ein Hindernis aus dem Weg.

Suez-Großaktionär Albert Frère unterstützte die Fusion öffentlich. Die Unternehmen zeigten sich zuversichtlich, mit ihren Zugeständnissen auf die Vorbehalte der EU-Kommission ausreichend eingegangen zu sein. Unter anderem haben die Unternehmen vorgeschlagen, dass GDF seine 25,5 Prozent-Beteiligung am belgischen Stromversorger SPE verkauft; zudem wollen sie beim Aufbau eines neuen Wettbewerbers auf dem Gasmarkt in Belgien helfen und diesen mit 4,5 Milliarden Kubikmetern Gas versorgen. Im Bereich Netze soll die Suez-Tochter Fluxys in drei Einheiten aufgeteilt und teilweise verkauft werden. Die neuen Vorbehalte der EU-Kommission sind das Ergebnis der Befragung der Wettbewerber von Suez und GDF – diese zeigen sich offenbar nicht überzeugt von den vorgeschlagenen Teil-Verkäufen.

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