Airbus-Chef Thomas Enders
„A380 noch nicht über'n Berg“

Wann werden endlich viele Riesen-Airbusse des Typs A380 fliegen? Es könne neue Schwierigkeiten bei der Massenproduktion des Prestigeprojekts geben, befürchtet der neue Airbus-Chef Thomas Enders.

HB MÜNCHEN. Trotz der behobenen Elektrikprobleme sei Airbus beim A380 „noch nicht überm Berg“, sagte Enders dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Der nächste kritische Punkt sei der Übergang zur Massenfertigung. Ab 2010 sollen 45 Großraumflieger pro Jahr ausgeliefert werden: „Da dürfen wir uns im Hochlauf keine Schnitzer erlauben.“

Laut Enders funktioniere die deutsch-französische Zusammenarbeit beim größten Passagierflugzeug „besser, als manche denken oder schreiben“. Nach seiner Ansicht könne sich der Flugzeugbauer Streitereien nicht länger leisten: „Nur wenn wir zusammenhalten, können wir im Wettbewerb bestehen. Unsere Flugzeuge verkaufen sich ja nicht von allein.“

Der 48-Jährige räumte in dem Interview ein, dass er von den Franzosen nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde. „Ich weiß, dass es in Frankreich Vorbehalte gegen meine Person gibt, auch bei den Gewerkschaften.“ Seine Direktheit werde dort nicht immer geschätzt. „Ich habe nun mal eine offene Art, aber ich werde nicht als Diplomat bezahlt, ich muss ein Unternehmen führen.“ In den nächsten Wochen werde er bei den Franzosen um Vertrauen werben: „Ich bin ja nicht der Leibhaftige. Das werden alle schnell merken.“

Unterdessen hat sich der deutsche Betriebsrat beim umstrittenen Personalabbau erstmals kompromissbereit gezeigt. Der Betriebsratsvorsitzende Rüdiger Lütjen sagte zu „Focus“: „Wenn das Management ein attraktives Abfindungsangebot vorlegt, werden etliche Kollegen sicher nicht abgeneigt sein, freiwillig zu gehen.“ Bislang hatten die Arbeitnehmervertreter die geplanten Stellenstreichungen im Zusammenhang mit dem Sanierungsprogramm „Power 8“ strikt abgelehnt. Demnächst werden Konzernführung und Betriebsräte ihre Verhandlungen über den Personalabbau aufnehmen.

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