Aktie stürzt ab
Conergy-Aktionäre fühlen sich verschaukelt

„Wir sehen keinerlei Anlass, an unseren Jahreszielen etwas zu ändern“, versicherte der Solar- und Windkraftanlagenherstellers Conergy noch Anfang Oktober, als Marktgerüchte über massive Probleme aufkamen. Nun hat Conergy doch eine Gewinnwarnung herausgegeben - und wird abgestraft. Die Konkurrenz beeilt sich zu versichern, bei ihr sei alles in Butter.

HB FRANKFURT. Die Conergy-Aktie stürzte am Freitag nach Börsenstart ab: Sie brach zeitweise um mehr als ein Drittel nach. Das in Hamburg ansässige und im TecDax gelistete Unternehmen hatte am Donnerstagabend nach Börsenschluss seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2007 reduziert. Wegen Lieferverzögerungen bei Modulen sei nunmehr nur noch ein Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro statt der bisher angepeilten 1,25 Milliarden Euro zu erwarten.

Der Vorstand erwartet nun ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) in Höhe von 40 Millionen Euro, dem erwartete Risiken in Höhe von 30 bis 50 Millionen Euro gegenüber stünden. Unter dem Strich sei daher ein Verlust zu erwarten. Im dritten Quartal machte das Unternehmen den Angaben zufolge bei einem Umsatz von 223 Millionen Euro einen Verlust von 10,3 Millionen Euro.

Andere Unternehmen der boomenden Solarbranche versicherten eilends, sie sähen keinen Anlass, an ihren Prognosen zu rütteln. Ein Sprecher der Q-Cells AG sagte, man rechne unverändert mit einem Umsatz von mindestens 800 Millionen Euro; 2008 sollten es mindestens eine Milliarde Euro sein. Das Ebit dürfte 2007 mindestens 170 Millionen Euro erreichen. Die Erfurter Ersol versicherte, sie gehe weiterhin von einem Umsatz von 148 bis 155 Millionen Euro sowie einem operativen Gewinn von mindestens 20 Millionen Euro aus. Die Bonner Solarworld AG teilte knapp mit, sie sehe sich bei Umsatz und Gewinn voll auf Kurs.

Q-Cells ergänzte, sie bereite den Börsengang für ihr Joint Venture Ever Q mit der US-Firma Evergreen Solar und der norwegischen Renewable Energy Corp vor. Der genaue Zeitplan stehe noch nicht fest, jedoch solle Ever Q künftig unabhängiger von den Joint-Venture-Partnern auftreten und ihre Solarmodule unter eigenem Namen vertreiben. Zudem werde EverQ auf dem Firmengelände in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt eine dritte integrierte Produktionsanlage für Wafer, Solarzellen und Solarmodule errichten. Die Investitionen für das neue Werk beliefen sich laut auf knapp 150 Millionen Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%