Aktienanteil soll wohl an institutionelle Investoren gehen
Daimler-Chrysler verkauft Hyundai-Beteiligung

Der Stuttgarter Automobilkonzern steigt nach vier Jahren bei seinem südkoreanischen Partner Hyundai Motor aus und löst seine Verbindungen nach Asien damit weiter. Auch die Nutzfahrzeug-Allianz mit Hyundai wird gelöst, die Zusammenarbeit soll sich dann nur noch auf Einzelprojekte beschränken.

HB STUTTGART/SEOUL. „Daimler-Chrysler und Hyundai Motor haben sich auf eine Neuordnung ihrer strategischen Allianz verständigt, um ihre jeweiligen wirtschaftlichen und strategischen Ziele besser umsetzen zu können“, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. In der Allianz hatte es seit Monaten gekriselt. Der 10,5-prozentige Anteil von Daimler-Chrysler, dessen Marktwert sich seit dem Einstieg auf 840 Millionen Euro fast verdoppelt hat, soll verkauft werden. „Das muss nicht mehr zwingend in diesem Jahr passieren“, sagte der für das Asien-Geschäft verantwortliche Daimler-Chrysler-Vorstand Eckhard Cordes der Nachrichtenagentur Reuters. Der Zeitpunkt und die Streuung des Pakets orientierten sich an dem größtmöglichen Erlös. „Wir sind frei“, fügte er hinzu.

Die seit langem ins Stocken geratenen Gespräche über den vor über eineinhalb Jahren vereinbarten Einstieg von DaimlerChrysler in das Lkw- und Bus-Geschäft von Hyundai Motor seien endgültig abgebrochen worden, teilten Hyundai und DaimlerChrysler mit. Der Stuttgarter Konzern sollte 400 Millionen Euro für 50 Prozent an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen zahlen. „Die strategische Notwendigkeit dafür hat sich dramatisch verringert“, begründete Cordes die Entscheidung. Mit der Übernahme der Mehrheit an der ehemaligen Mitsubishi-Tochter Fuso habe DaimlerChrysler im Nutzfahrzeug-Geschäft ein bedeutendes Standbein in Asien. In Südkorea habe der Konzern begonnen, Mercedes-Lkw zu verkaufen. Cordes zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Markt bald für Importe weiter öffnen werde.

Auch der gemeinsame Bau von Lkw-Motoren mit Hyundai ist geplatzt. Die Verhandlungen mit Hyundai hatten sich immer weiter verzögert, zunächst wegen langwieriger Tarifverhandlungen, dann wegen Unstimmigkeiten über die Partnerwahl von Daimler-Chrysler in China. An der Entwicklung und Produktion eines „Weltmotors“ für Pkw will Daimler-Chrysler mit Hyundai und Mitsubishi Motors aber weiterhin gemeinsam arbeiten. Das Vierzylinder-Aggregat für Benzinmotoren soll auch bei Chrysler eingesetzt werden. Der gemeinsame Einkauf von Teilen in Korea soll ebenso weitergehen. Hyundai werde weiter Daimler-Chrysler-Motoren für Busse beziehen. „Alle Projekte, die Nutzen stiften, werden fortgesetzt“, sagte Cordes.

Seite 1:

Daimler-Chrysler verkauft Hyundai-Beteiligung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%